ETH-Spinoff ent­wickelt "vorgefertigte" Deep-Learning-Modelle

Das ETH-Spinoff Mirage Technologies hat eine Deep-Learning-Plattform entwickelt, die Softwareentwicklern dabei helfen soll, ihre Produkte schneller zu entwickeln und zu optimieren. Das Spinoff stelle vorprogrammierte und trainierte Deep-Learning-Modelle zur Verfügung. Die Modelle – Mirage nennt sie Rockets – seien in Familien unterteilt und könnten je für spezifische Problemstellungen benutzt werden, etwa das Erkennen von Objekten, schreibt die ETH.
 
Anwender könnten die Modelle mit einem zweizeiligen Code in ihrer bevorzugten Programmiersprache und auf verschiedenen Geräten einsetzen. So könnten Softwareentwickler, auch mit wenig Know-how im Deep-Learning-Bereich, die Technologie in ihre Produkte integrieren.
 
Die von Mirage zur Verfügung gestellten Modelle seien mit Tausenden von Bildern trainiert worden und seien aber auch lernfähig. Falls kein Modell für eine spezifische Aufgabe existiere, könne es Mirage mittels sogenanntem Transfer Learning mit zusätzlichen Daten füttern. "Da wir unser Modell nicht von Null auf trainieren müssen, brauchen wir viel weniger Daten", erklärt Mitgründer Igor Susmelj.
 
Das Startup will es ermöglichen, dass Deep-Learning-Methoden angewendet werden können, ohne dass man dafür auf Tech-Riesen wie Google oder Microsoft angewiesen sei, heisst es bei der ETH. Die US-Konzerne hätten in Sachen Deep Learning einen grossen Vorsprung, da sie seit langer Zeit viele Daten verarbeiten, mit denen sie ihre Modelle trainieren können. Mirage greife für seine Modelle auf Open-Source-Daten und auf Forschungsplattformen zurück. (kjo)