USA bremst mit weiteren Sanktionen die KI-Ambitionen Chinas

Die USA hat acht weitere chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste gesetzt. Es sind – verglichen mit Huawei – weniger gewichtige Unternehmen, aber die Massnahme könnte China dennoch hart treffen. Denn einige der Firmen sind führend in Sachen KI. Sie sind insbesondere in den Bereichen Gesichts- und Geräusch-Erkennung, autonomes Fahren und Überwachung tätig.
 
Die Massnahmen treffen China in seinen proklamierten Anstrengungen, zur Spitze in Sachen KI aufzusteigen. Im 'Wall Street Journal' sagten Experten, dass der Schritt der USA den chinesischen Unternehmen nicht nur den Nachschub an US-amerikanischen Chips abklemme, sondern auch ihren Zugang zu ausländischen Talenten einschränken könnte. Dies verlangsame die Forschung, auch wenn viele der Firmen Komponenten auf Lager hätten und auf andere Lieferketten umsteigen könnten.
 
Das grösste Unternehmen auf der Liste ist die Firma Hikvision. Sie hat insbesondere mit Videoüberwachung letztes Jahr rund sieben Milliarden US-Dollar umgesetzt und einen Börsenwert von rund 42 Milliarden Dollar.
 
Die neuste Massnahme begründet die USA mit der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der chinesischen Region Xinjiang. In einer Mitteilung des US-Handelsministeriums werden den betroffenen Institutionen und Firmen Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen. Neben den acht Firmen finden sich weitere 20 Organisationen aus der Region auf der schwarzen Liste.
 
Der Schritt, der den Verkauf von Produkten und Technologien aus amerikanischer Herkunft ohne Lizenz blockiert, erfolgt nur wenige Tage vor der Wiederaufnahme der hochrangigen Handelsgespräche in Washington. China will das Treffen dennoch fortführen, auch wenn ein Sprecher des Aussenministeriums die US-Regierung laut 'Wall Street Journal' (Paywall) aufforderte, "ihre Fehler zu korrigieren". (ts)