SAP trumpft mit guten Quartals­zahlen

Beim deutschen Software-Riesen SAP freut man sich an wachsenden Cloud-Bookings. Diese hätten sich im dritten Quartal um 38 Prozent beziehungsweise um 50 Prozent ohne IaaS-Angebote erhöht, teilt der Konzern mit. Demnach haben sich auch die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 37 Prozent auf umgerechnet fast zwei Milliarden Franken verbessert. Dagegen sind im gleichen Zeitraum die Umsätze mit Softwarelizenzen leicht um ein Prozent auf umgerechnet etwas mehr als eine Milliarde Franken gesunken. Mit dem Support habe man umgerechnet knapp 3,2 Milliarden Franken (plus fünf Prozent) umgesetzt.
 
SAP streicht in Sachen Cloud auch heraus, dass man mit S/4HANA Fortschritte erzielt habe. So seien in den vergangen drei Monaten 500 neuen Kunden gewonnen worden, was im Vergleich mit dem Vorjahr ein Wachstum von 25 Prozent auf nun über 12'000 Kunden darstelle.
 
Insgesamt seien im dritten Quartal mit Cloud und Software umgerechnet etwa 6,2 Milliarden Franken (plus 12 Prozent) umgesetzt worden. Der Gesamtumsatz habe sich gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf umgerechnet fast 7,5 Milliarden Franken erhöht. Unter dem Strich resultierte mit umgerechnet rund 1,4 Milliarden Franken ein Gewinnplus von 30 Prozent.
 
Die Diskussion der guten Zahlen verknüpft sich diesmal mit der Neubestellung der Konzernspitze. So wird in den diversen Foren beispielsweise gefragt, warum – wenn alles so gut läuft – jetzt der seit 2010 amtende SAP-Vorstandschef Bill McDermott geht, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2021 läuft. Zudem wird an den von ihm angestossenen Konzernumbau mit der Streichung von 4400 Stellen erinnert und an den vor wenigen Monaten erfolgten Abgang von Cloud-Chef Robert Enslin.
 
Aber nicht nur das gibt zu reden, auf 'Heise' wird beispielsweise auch an den Einstieg des "in vielen Chefetagen wenig willkommenen US-Investor Paul Singer" erinnert, der sich im April mit seinem Hedgefonds Elliott bei SAP eingekauft hat.

Nicht zuletzt die gerade bekannt gemachte Ablösung von McDermott durch die Doppelspitze Jennifer Morgan und Christian Klein beunruhigt so manches Gemüt. Daran ändert auch nichts, dass die Amerikanerin Morgan gerade in den deutschen Wirtschaftsmedien als erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns regelrecht gefeiert wird. Jedenfalls ist vorerst noch unklar, wie auch angesichts der guten Zahlen die in diesem Jahr gehäuften Ereignisse auf der SAP-Chefetage mit den jüngsten strategischen Entscheiden zusammenpassen. (vri)