Amazon-Mitarbeiter schauen bei der Cloud Cam mit

Dutzende von Amazon-Mitarbeitern in Indien und Rumänien überprüfen ausgewählte Clips, die von Amazons Überwachungskamera Cloud Cam aufgenommen wurden. Dies berichten laut 'Bloomberg' fünf Personen, die an dem Programm gearbeitet haben oder direkt davon Kenntnis haben.
 
Pro Tag würden etwa 150 Clips gesichtet, die zwischen 20 und 30 Sekunden lang sind. Diese Videoschnipsel würden dann verwendet, um die KI-Algorithmen zu trainieren, um Arbeitsabläufe zu verbessern und zwischen einer echten Bedrohung (zum Beispiel einem Einbrecher) und einem Fehlalarm (der Hauskatze) zu unterscheiden.
 
In einer Stellungnahme schreibt Amazon, die Clips würden lediglich von unternehmensinternen Testern stammen sowie von Kunden, die der Übertragung des jeweiligen Videos ausdrücklich zugestimmt haben, um Probleme mit dem Produkt zu melden.
Zwei Mitarbeiter berichten gegenüber 'Bloomberg' trotzdem von Inhalten, die kaum bewusst weitergegeben wurden. So konnten sie in einigen Fällen etwa Menschen beim Sex beobachten.
 
Bereits im April wurde bekannt, dass weltweit tausende von Amazon-Mitarbeitern bei Alexa mithorchen, um die Spracherkennung der Echo-Lautsprecher zu verbessern. Dafür hören sie die von Alexa gemachten Sprachaufnahmen an, transkribieren und kommentieren diese und speisen die Ergebnisse zurück in die Software. Auch bei Siri, Skype und Cortana wurde mitgehört.
 
Die entsprechenden Cloud-Cam-Abteilungen von Amazon würden sich in einem abgesperrten Bereich der Firma befinden, in denen aus Sicherheitsgründen keine Handys erlaubt sind. Das habe aber manche Mitarbeiter nicht davon abgehalten, Clips an Dritte weiterzugeben, schreibt 'Bloomberg'. (paz)