EU: WhatsApp und nicht Signal – oder doch besser Jabber?

Nachdem den Abgeordneten und Mitarbeitenden des EU-Parlaments zunächst der Messenger WhatsApp empfohlen wurde, werde ihnen nun Jabber nahegelegt, wie verschiedene Medien berichten. Der neuen Empfehlung ging eine Anfrage der Linksfraktion voran, die Desktop-Variante von Signal installieren zu dürfen. Dies sei von der IT-Abteilung des Parlaments jedoch abgelehnt worden, schreibt 'Netzpolitik.org' mit Berufung auf entsprechende E-Mails.
 
Signal sei keine Standardsoftware im Europäischen Parlament und könne nicht installiert werden, ohne dass es vom Sicherheitsdienst und dem Standardkonfigurationsteam getestet und zugelassen werde, hiess es von Seiten des IT-Support des Parlaments. Stattdessen sollten die Abgeordneten die Web-Version von WhatsApp nutzen. WhatsApp sei – wie Signal – End-to-End verschlüsselt und somit für die Kommunikation innerhalb und ausserhalb des Europäischen Parlaments erlaubt, schreibt 'Netzpolitik' weiter.
 
"Eineinhalb Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal und der darauffolgenden Anhörung von Mark Zuckerberg im Mai 2018, auf WhatsApp zu verweisen, ist blauäugig und aus der Zeit gefallen", wird der Linke-Abgeordnete Martin Schirdewan zitiert. "Ich werde durch weitere Anfragen versuchen in Erfahrung zu bringen, in welchen Bereichen die IT des Parlaments auch nicht 'up to date' ist", fügt er gegenüber 'Heise' an.
 
Signal werde nun aber von der IT-Abteilung des EU-Parlaments auf seine Sicherheit überprüft. Die Verwaltung habe Schirdewan mitgeteilt, dass dies allerdings eine Weile dauern könne, schreibt 'Heise'. Bis dahin laute die Empfehlung Cisco Jabber. (kjo)