Ein weiterer Schweizer Robo-Advisor segnet das Zeitliche

Mit Elvia E-Invest wollte die Allianz-Tochter eine vollständig digitale Anlagemöglichkeit für langfristig orientierte Anleger etablieren. Eher kurzfristig, nach zwei Jahren und per Ende November, ist wieder Schluss.
 
Dies meldet Allianz Suisse. Der Grund für sei, "dass der Markt noch nicht die erwartete Dynamik" zeige. "Diese Entscheidung war nicht einfach. Der Markt in der Schweiz war jedoch noch nicht bereit für unser rein digitales Angebot", lässt sich Stefan Rapp, CFO von Allianz Schweiz, zitieren.
 
Die Kunden seien über den Rückzug informiert worden. Wieviele Kunden und wieviel Anlagevermögen die Versicherung mit dem Robo-Advisor anlocken konnte, lassen die Verantwortlichen offen.
 
Der Marktrückzug ist schlechte News für das Fintech Additiv und Intrum Justitia. Elvia E-Invest basiert auf einem SaaS-Angebot von Additiv sowie der Video-Identifikation und der qualifizierten elektronischen Unterschrift von Intrum Justitia.
 
Ganz altmodisch investiert Allianz nun in das persönliche Vorsorgegeschäft und man lege dabei "grossen Wert auf persönliche Beratung", so Rapp.
 
Gleichentags wie Elvia E-Invest beerdigt die Glarner Kantonalbank ihren Robo-Advisor "Investomat". Dies wegen zu geringer Nachfrage seitens Anlagekunden und "generell geringen Marktanteilen, die Robo Advisors in der Schweiz bisher gewinnen konnten. Eine Trendwende ist diesbezüglich in absehbarer Zeit nicht zu erwarten", so die Bank.
 
Schon vor 14 Monaten hatte UBS ihren Robo-Advisor in der Vermögensverwaltung für Normalsterbliche verkauft. Aber vielleicht gibt es ja ein Comeback aus dem "Tal der Tränen": Grundsätzlich seien Robo-Advisor in der Schweiz "ein interessanter aber teurer Vertriebskanal für Vermögensverwalter", hatte eine Studie kürzlich postuliert. (mag)