Melani: Ein Cyber­angriff kostet im Schnitt 4,7 Millionen

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) hat ihren 29. Halbjahresbericht veröffentlicht. Gemäss einer darin zitierten Studie haben Cyberangriffe letztes Jahr weltweit mehr als 45 Milliarden Dollar Schaden verursacht. Davon entfallen rund acht Milliarden Franken auf Ransomware, auf die Melani im Bericht ein besonderes Augenmerk richtet.
 
Nach einer ausführlichen Zusammenfassung der Vorfälle und Ransomware-Familien, die Lesern von inside-it.ch wohlbekannt sein dürften, prognostiziert Melanie auch die weitere Entwicklung: "Es ist damit zu rechnen, dass Angriffe noch gezielter erfolgen und die Angriffsvektoren technisch noch ausgefeilter werden."
 
Zur Ausweitung der Angriffsvektoren tragen laut Meldestelle insbesondere die IoT-Devices bei. Umso wichtiger sei es, den Schutz zu verbessern und die Verwundbarkeit zu verringern. Schliesslich seien die Angreifer in aller Regel opportunistisch und würden bei zu gutem Schutz vom Ziel ablassen, so Melani.
 
Alles in allem sei weiterhin mit zunehmenden Attacken und Schäden zu rechnen. Zwar sei es – gerade angesichts der Dunkelziffern – enorm schwierig konkrete Zahlen zu nennen, Melani verweist aber trotzdem auf einige Zahlen. So vermutet etwa die Online Trust Alliance der Internet Society, dass die Kosten von Ransomware-Angriffen bis 2021 auf 20 Milliarden Dollar ansteigen werden.
 
Auch das Phishing greift weiter um sich. Relativ neu ist aber das so genannte Real-Time-Phishing, von dem auch UBS- und Postfinance-Kunden betroffen waren. Statt Daten zu sammeln und diese später zu kriminellen Zwecken einzusetzen, werden die Informationen in Echtzeit verwendet.
 
Der mittlere Schaden von Cyber-Attacken, darunter neben den genannten auch DDoS-Angriffe, Spionage, Phishing und Datenabfluss, beliefen sich im letzten Fiskaljahr auf 4,7 Millionen Dollar pro Opfer. Die Zahl nennt Melani mit Verweis auf eine Umfrage von ESI ThoughtLab unter Opfern von Cyber-Angriffen. Mehr als eine von zehn Firmen soll demnach über zehn Millionen Dollar verloren haben.
 
Der Halbjahresbericht von Melani (PDF) kann von der Website der Meldestelle bezogen werden. (ts)