Luzerner Polizei will IBMs Watson beschaffen

Das KI-System Watson von IBM soll künftig bei der Luzerner Polizei eingesetzt werden. Wie die 'Luzerner Zeitung' berichtet, habe die Polizei die Absicht, die Software "so schnell wie möglich" zu beschaffen. Laufe alles nach Plan, könnte die Technologie ab 2020 zum Einsatz kommen, bestätigt die Polizei gegenüber der Zeitung.
 
Eingesetzt werden soll Watson etwa bei der Analyse grosser Datenmengen. Die Software könne beispielsweise sämtliche Inhalte von Festplatten, Handys oder digitalisierten Dokumenten rasch indexieren. Dies mache die Daten für die Ermittler analysierbar und durchsuchbar. Aber auch bei weniger grossen Datenmengen sei die Software eine Hilfe, sagte Michael Muther, Chef Technik und Logistik der Luzerner Polizei, zur Zeitung. Das mögliche Einsatzgebiet sei grösser als angenommen. Getestet habe man Watson bei der Luzerner Polizei mit echten, abgeschlossen Fällen. "Mit dem Einsatz der Software hätten wir ungefähr zwei Mannmonate einsparen können", fügt Muther an.
 
Für die Beschaffung und den Betrieb von Watson über die ersten drei Jahre rechne die Polizei mit Kosten im hohen fünfstelligen Bereich, so der Bericht. Die Beschaffung sollte demnach 2020 über das ordentliche Budget finanzierbar sein.
 
Neben der Luzerner Polizei wird Watson auch von der Kantonspolizei Zürich eingesetzt. Weitere Korps seien interessiert. Diese könnten auch "Erfahrungen austauschen und die Auswertungsmöglichkeiten gemeinsam weiterentwickeln", so Murther. Wie der IBM-Schweiz-Chef Christian Keller am Rande eines Medienanlasses in Zürich zu inside-it.ch sagte, kommt Watson daneben auch in der Gesundheitsbranche zum Einsatz. Neu nutze das Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG) die Technologie in der Onkologie, um Diagnosen schneller erstellen zu können. (kjo)