Edulog: Föderation für das Identitäts-Management der Schweizer Schulen

Die kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) haben einen "Meilenstein" bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungs-Strategie verkündet: An der Jahresversammlung wurde mit Edulog die "Föderation der Identitätsdienste im Bildungsraum Schweiz" aus der Taufe gehoben. Diese soll für Kinder und Jugendliche im Schweizer Bildungssystem den Zugang zu Online-Diensten vereinfachen, hält die EDK in einer Mitteilung fest.
 
"Edulog wird uns ermöglichen, unseren Kindern und Jugendlichen eine digitale Identität für ihre gesamte Ausbildungslaufbahn zu gewährleisten", freut sich EDK-Präsidentin Silvia Steiner. Mit der Föderation werden nun die digitale Identitätslösungen der Kantone im Bildungsbereich national zusammengeführt. Erklärtes Ziel ist "die Durchlässigkeit und Mobilität von Bodensee bis Lac Léman und von Kindergarten bis Lehr- oder Mittelschul-Abschluss".
 
Anbieter von Online-Diensten könnten sich ebenfalls an diese nationale Infrastruktur anschliessen, wobei für alle die gleichen Standards und Regeln gelten würden, so die EDK. Mit einer Ausschreibung von Anfang Oktober sucht man einen Partner für die technische und organisatorische Umsetzung. Aus der Publikation geht hervor, dass man seitens der Auftraggeber von 1,1 bis 1,5 Millionen digitalen Identitäten sowie einigen Hundert Identitäts- und Dienstleistungsanbietern ausgeht, die integriert werden müssen.
 
Damals lief die Ausschreibung noch unter dem Projektnamen FIDES. Dieser verschwindet mit dem produktiven Betrieb der Infrastruktur und wird durch Edulog ersetzt, wie Ueli Anken, stellvertretender Direktor der Fachagentur ICT & Bildung Educa.ch, gegenüber inside-it.ch erklärte. Mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 soll der Betrieb aufgenommen werden.
 
Finanziert wird die zentrale Infrastruktur von den Kantonen. Aktuell rechnet die EDK mit jährlichen Betriebskosten von 1,8 Millionen Franken. Die Kosten für Bereitstellung der eigenen Infrastruktur, die Organisation des Beitritts und die betriebliche Integration trägt jeder Kanton selbst. Sie könnten auch selbständig bestimmen, ob und wann sie Edulog nutzen wollen, so die EDK.
 
Kontroll-Cockpit, Datenschutz, Single Sign-On…
Für die User der Föderations-Infrastruktur soll es ein Cockpit geben, in dem Lehrpersonen oder Erziehungsberechtigte die Datennutzung einsehen können. Gegenüber den Anbietern von Service-Anbietern verspricht Edulog Privatsphäre: So sollen besonders schützenswerte Personendaten nicht mehr auf deren Plattformen gespeichert werden müssen. Die teilnehmenden Firmen müssten zudem in Sachen Danteschutz und auch Datensparsamkeit vertragliche Zusicherungen machen.
 
Edulog selbst hat nach eigenen Angaben eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach dem Vorbild der DSGVO abgeschlossen. Zudem stehe das Reglement im Einklang mit dem hiesigen Datenschutzgesetz.
 
Ein richtiges Single Sign-On (SSO) wie in einer geschlossenen IT-Infrastruktur wird es nicht geben, wie Edulog einräumt. So können bei verschiedenen Bildungsinstitutionen verschiedene Accounts erstellt werden, die wiederum mit verschiedenen Online-Diensten innerhalb der Föderation verbunden sind – je nach Nutzungsvereinbarung. Grundsätzlich fühle sich das Login aber für die grosse Mehrheit der Schüler wie ein SSO an, versichert Edulog. (ts)