Robo-Advisor-Partner der UBS baut Stellen ab

Diesmal hat es mit Sigfig einen kalifornischen Anbieter eines Robo Advisors getroffen: Das Unternehmen hat in diesem Jahr nicht nur seinen Chef für strategische Partnerschaften und den General Manager für die Vermögensverwaltung verloren, sondern soll auch rund 20 Stellen gestrichen haben. Das berichtet 'Business Insider'. Demnach müssen 10 Prozent der laut 'Financial Planning' zuletzt 188 Mitarbeitenden gehen. Das Fintech verkauft seinen digitalen Vermögenverwalter nur an Drittanbieter und nicht an Endkunden.
 
Eine Studie für die Schweiz kam im Sommer zum Resultat, dass Robo-Advisor trotz der wachsenden Bedeutung der digitalen Vermögensverwaltung zwar interessant aber ein teurer Vertriebskanal sind. Bestätigt hat Sigfig den Stellenabbau bisher nicht. Vielmehr listet das firmeneigene Jobportal derzeit sieben offenen Stellen.
 
Falls der Stellenabbau zutrifft, kommt er für die Branche zu einem turbulenten Zeitpunkt. Hierzulande etwa hat soeben erst die Glarner Kantonalbank ihren Robo-Advisor "Investomat" beerdigt. Kurz darauf wurde ausserdem bekannt, dass die Allianz-Tochter Elvia das Engagement für ihre E-Invest genannte digitale Anlagemöglichkeit für langfristig orientierte Anleger wieder aufgegeben hat.
 
Die einen meinen also nicht grundlos, dieser Stellenabbau erschüttere die Branche für die automatisierte Finanzberatung. Andere sagen jedoch, dass der nun erfolgte "haircut" für Unternehmen von der Grösse von Sigfig dem Auf und Ab der Geschäftsentwicklung entsprechen. So sagte ein Analyst zu 'Financial Planning', es sei nach zehn Jahren ein gewisses Mass an Vernunft im Markt entstanden und man sei nun auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ertragslage, was mit Konjunkturzyklen einhergehe.
 
Vielleicht ist das der Fall. Offenbleiben muss auch, wie symptomatisch der Stellenabbau bei Sigfig ist. Denn das Unternehmen ist mit verwalteten Vermögenswerten von etwa 500 Millionen Dollar (nicht mitgerechnet die Vermögen der Unternehmen, die Sigfig-Technologie auf White-Label-Basis nutzen) vergleichsweis klein, wie der Bericht festhält. Robo-Advisor-Schwergewichte wie Wealthfront und Betterment würden direkt rund 20 Milliarden beziehungsweise 16 Milliarden Dollar an Kundenvermögen verwalten.
 
Für die Schweiz ist die Nachricht insofern interessant, da die UBS an Sigfig beteiligt ist. Laut 'Finews' ging aus der Allianz bereits die Investment-Plattform Advice Advantage hervor. Letztes Jahr verkaufte die UBS den eingestellten britischen Robo-Advisor UBS Smart Wealth Sigfig. (vri)