VMworld: "Kubernetes ist Freejazz"

Pat Gelsinger und Joe Beda auf der grossen Bühne in Barcelona. Bild: ts
In Barcelona sprach Pat Gelsinger viel über das Orchestrierungs-System und kündigte eine Demokratisierung von Kubernetes an. In der Schweiz stosse man damit auf grosse Gegenliebe.
 
Die meisten Besucher, die wichtigste Zeit für Entwickler und ein grosses Versprechen. VMware-CEO Pat Gelsinger geizte an der VMworld in Barcelona nicht mit Superlativen. So unterstrich er während seiner Keynote vor rund 14'000 Besuchern sein Versprechen, dass man alle Devices mit allen Applikationen auf allen Clouds abdecken werde. Ein wichtiges Werkzeug auf diesem Weg soll Kubernetes werden, wie bereits an der US-Ausgabe der VMware-Hausmesse angekündigt worden war.
 
Das Container-Orchestrierungssystem war dann auch wichtiges Thema auf der Hauptbühne. Dabei sprang dem VMware-Chef Joe Beda zur Seite, der mit der Akquisition des Kubernetes-Spezialisten Heptio ins Boot geholt worden war. Der ehemalige CEO des Startups und Mitgründer von Kubernetes nannte die Open-Source-Software nicht einfach ein System zur Orchstrierung von Container-Anwendungen, sondern sprach von Freejazz.
 
Wer das Genre ein kleines bisschen kennt, weiss wie schwer zugänglich es für das ungeübte Ohr ist. VMware tritt nun nach eigenen Angaben an, um dies zu ändern – im Fall von Kubernetes versteht sich. Man wolle das System nämlich demokratisieren, versprachen Gelsinger und Beda, mittlerweile Principal Engineer bei VMware, unisono.
 
Das "Project Pacific" soll dies ermöglichen. Unter dem Projektnamen soll vSphere in eine Kubernetes-native Plattform verwandelt werden. Mit deren Hilfe könnten dann VMs und Container unter einer einheitlichen Kubernetes-Plattform erstellt, betrieben und gemanagt werden. vSphere-Admins dürfen laut Vmware auf ihnen bekannte Tools zählen und Kubernetes- und Container-Infrastrukturen überall dort bereitstellen und verwalten, wo vSphere läuft.
 
Hier gab es dann in Barcelona auch eine echte Neuigkeit: Das Projekt, das in den USA angekündigt wurde, sei nämlich bereits mit ersten ausgewählten Kunden in die Betaphase gestartet. Es habe für das Programm eine überwältigende Kundennachfrage gegeben, erklärte Ray O'Farrell, Executive Vice President von VMware. Entsprechend soll es noch dieses Jahr erweitert werden.
 
Viel Nachfrage gebe es auch nach Tanzu Mission Control, das ebenfalls als Beta ausgerollt wurde: Damit sollen Kubernetes-Cluster von einem einzigen Kontrollpunkt aus verwaltet werden können, unabhängig davon, wo sie laufen. Einiges Know-How dafür hat sich VMware dieses Jahr auch mit dem Kauf von Pivotal und Bitnami ins Haus geholt.
 
"Kunden haben positiv auf unsere ganzheitliche Vision für VMware Tanzu und Project Pacific reagiert", sagte Ray O'Farrell. Da sich in der Schweiz viele Kunden intensiv mit Container-Technologie auseinandersetzen würden, sei auch hier die Nachfrage nach dem neuen Portfolio sehr gross, erklärte Alps-Chef Thomas Krieg im Gespräch mit inside-it.ch. Einen Teilnehmer am Beta-Programm aus der Schweiz könne er aber nicht nennen.
 
Gelsinger war es indes auch wichtig zu unterstreichen, dass VMs längst nicht passé sind. So zeigte er die Vorteile von virtuellen Maschinen auf und betonte etwa, dass grosse stabile Applikationen weiter in diesen laufen werden. So breche die gewünschte Unabhängigkeit vom Host den virtuellen Maschinen nicht das Genick, Container würden diese stattdessen ergänzen. Dennoch meinte er: "Wir sind ziemlich überzeugt, dass Kubernetes das Richtige ist". (Thomas Schwendener, Barcelona)
 
Interessenbindung: VMware hat dem Autoren Flug und Unterkunft in Barcelona bezahlt.