IBM startet eigene Finance Services Cloud

IBM hat die nach eigenen Angaben "weltweit erste Public Cloud für Finanzdienstleistungen" entwickelt und die Bank of America als ersten Partner bekannt gegeben.
 
Die Plattform sei entwickelt worden, um die hohen Anforderungen der Finanzdienstleistungsbranche an Regulierung, Sicherheit und Ausfallsicherheit zu erfüllen, heisst es in einer Mitteilung. Sie soll auf der offenen Public Cloud von IBM laufen, die Red Hat OpenShift als primäre Kubernetes-Umgebung zur Verwaltung von Container-Software einsetzt.
 
Bank of America, die zweitgrösste Bank der USA mit 66 Millionen Kunden, werde dort Applikationen und Workloads hosten. "Dies ist eine der wichtigsten Kooperationen im Cloud-Bereich der Finanzdienstleistungsbranche", sagte Cathy Bessant, Chief Operations and Technology Officer der Bank of America. "Indem wir einen Standard setzen, der dem Anliegen des Hostings hochvertraulicher Informationen Rechnung trägt, wollen wir die Public Cloud auf ein Sicherheitsniveau bringen, das seinesgleichen sucht."
 
Die Grossbank fokussiert seit längerem auf interne Cloud-Computing-Funktionen und hat in den letzten Jahren gemäss 'Reuters' die Zahl ihrer Server von 200'000 auf 70'000 und die RZ-Anzahl von 67 auf 23 reduziert und damit jährlich zwei Milliarden US-Dollar eingespart.
 
Die neue Cloud soll automatisierte Sicherheitstools und erstklassige Verschlüsselung beinhalten. Arvind Krishna, IBMs Senior Vice President für die Cloud, sagte: "Selbst Personen bei IBM mit tiefem Zugriff auf die Cloud haben keinen Zugriff auf den Schlüssel, um die verschlüsselten Daten einer Bank freizuschalten." Teilnehmende Softwareanbieter von Finanzdienstleistungen sollen von der Sicherheitsvalidierung der Plattform profitieren können. "Nur ISV- oder SaaS-Anbieter, die nachweisen, dass sie die Richtlinien der Plattform einhalten, sind berechtigt, Angebote über die Plattform zu liefern", schreibt IBM.
 
Die von Banken genutzten Cloud-Services werden in Washington in letzter Zeit genauer beobachtet. US-Gesetzgeber haben die Regulierungsbehörden gebeten, eine direkte Aufsicht über die Cloud-Services zu prüfen, die grosse Technologieunternehmen wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud den Banken zur Verfügung stellen. IBM war in diesem Brief bis jetzt nicht erwähnt worden. (paz)