"Security kaputt": VMware will ein grosses Stück des Security-Kuchens

An der europäischen Ausgabe der VMworld in Barcelona hatte VMware über das ganze Portfolio hinweg einige neue Pfeiler im Köcher. Aufhorchen liessen vor allem auch Ankündigungen aus dem Bereich Security. In diesem Bereich sei etwas "kaputt", hielt VMware-COO Sanjay Poonen fest, sein Konzern helfe nun den Unternehmen und verschiebe die Power von den Angreifern zu den Verteidigern.
 
Bereits in seiner Keynote liess CEO Pat Gelsinger keinen Zweifel daran, dass man es damit ernst meint: "Vor zehn Jahren hielt man uns im Bereich Netzwerk für unbedeutend, heute gilt fast das gleiche für Security". Vor rund sieben Jahren wurde NSX gelauncht, nun kündigte VMware unter dem Stichwort "intrinsische Sicherheit" einen ganzen Strauss an Security-Angeboten an.
 
NSX wurde nach der Akquisition von Nicira im Jahr 2012 lanciert. Nun steht wieder ein Zukauf hinter dem neuen Angebot: Mit dem Security-Spezialisten Carbon Black im Oktober hat VMware eine Menge Kompetenz und einige Sicherheits-Lösungen ins Haus geholt. Leiter der neuen Security-Abteilung bei VMware ist dann auch der ehemalige Carbon-Black-CEO Patrick Morley. Und sein Team hat einiges vor.
 
COO Poonen erklärte den Schlachtplan: "Wir müssen aufhören, immer mehr Komplexität hinzuzufügen, um die Herausforderungen der Cybersicherheit zu lösen. Stattdessen müssen wir unsere Infrastruktur als Teil der Lösung nutzen." Faktisch will das Unternehmen zum One-Stop-Shop für Security werden, über das ganze verteilte System hinweg. Und zwar über die kritischen Bereiche Netzwerk, Endpunkt, Workload, Identity und Cloud. Abgerundet wird das Angebot mit Analytics.
 
Das ist ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen. Man sehe hier aber dringenden Handlungsbedarf, sagte Gavin Egli, Senior Manager Systems Engineering bei VMware Alps, gegenüber inside-channels.ch. Alps-Chef Thomas Krieg bestätigte die Einschätzung und nannte das Vorhaben disruptiv: Statt Security-Silos wähle man als Infrastruktur-Spezialist einen gesamtheitlichen Ansatz.
 
Offensichtlich will sich VMware einen grösseren Anteil am stark wachsenden Security-Markt sichern, an dem man bisher mit einigen früheren Produkten erst ein bisschen geknabbert hat. Eine detaillierte Roadmap für das Projekt gibt es allerdings noch nicht, die Übernahme von Carbon Black ist erst rund einen Monat her.
 
Schliesslich soll mit der Carbon Black Security Cloud das Portfolio des einverleibten Unternehmens mit VMwares Sicherheitslösungen – wie etwa AppDefense – kombiniert werden. Die Ambitionen im Security-Bereich unterstrich der Virtualisierungs-Spezialist auch mit weiteren Announcements wie beispielsweise NSX Distributed Intrusion Detection and Prevention. (Thomas Schwendener, Barcelona)
 
Interessenbindung: VMware hat dem Autoren Flug und Unterkunft in Barcelona bezahlt.