Jemand lud 270'000 Datensätze von Aargauer Geo-Portal herunter

Mit automatisierten Serienabfragen haben Unbekannte rund 270'000 Grundeigentümerdaten vom Internet-Geoportal des Kantons Aargau heruntergeladen. Die Daten sind grundsätzlich öffentlich. Der Kanton ergriff Schutzmassnahmen, um Massenabfragen zu verhindern.
 
Im Frühjahr waren mit automatisch generierten Fake-E-Mail-Adressen 3500 Benutzerkonten auf "Mein Konto" eröffnet worden, wie die Aargauer Staatskanzlei mitteilte. Auf diese Weise wurde die Limitierung von zehn Abfragen pro Nutzer und Tag umgangen.
 
Die abgefragte Datenmenge von 270'000 Datensätzen entspricht 57 Prozent aller in der Datenbank geführten Grundstücke. Wer die massenhaften Abfragen getätigt habe und aus welchem Grund, sei nicht bekannt, hält die Staatskanzlei fest. Denkbar sei, dass ein entsprechender Datensatz für gezielte Werbung gesammelt worden sei.
 
Der Kanton meldete den Vorfall der Analysestelle des Bundes (MELANI) und der kantonalen Datenschützerin. Um weitere automatische Massenabfragen zu verhindern, wurden technische Sicherheitsmassnahmen umgesetzt.
 
"Mein Konto" wurde bislang offenbar nicht durch ein Captcha geschützt, denn der Kanton teilt mit, dass man neu ein solches implementiert habe. Zudem verstärke man das Monitoring, um allfällige Unregelmässigkeiten schneller zu entdecken. Die automatisiert erstellten Benutzerkonten wurden gelöscht. Unabhängig davon, so betont man seitens des Kantons, prüfe man die Einführung der SwissID.
 
Grundbuchdaten, die ohne Interessennachweis einsehbar sind, können gemäss Grundbuchverordnung des Bundes öffentlich im Internet zugänglich gemacht werden. Seit einem Jahr besteht im Aargau die Möglichkeit, den Namen der Eigentümerschaft im Geoportal abzufragen. Auch andere Kantone bieten diesen Service an. Der Bund verlangt, diese Daten vor Serienabfragen zu schützen. (Keystone-sda/ts)