Schweiz exportiert markant weniger ICT-Dienstleistungen

Schweizer ICT-Exportvolumen in Milliarden Franken. Grafik:
Die steigenden Exporte von ICT-Gütern kompensierten diese 2018 ein wenig, wie aus einer Studie hervorgeht.
 
Im letzten Jahr wurden aus der Schweiz ICT-Güter und -Dienstleistungen in Höhe von 19,2 Milliarden Franken exportiert. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe der ICT-Aussenhandelsstudie hervor. Damit bilden ICT-Exporte 8,2 Prozent des helvetischen Gesamtexports und belegen den achten Rang in der Exportstatistik.
 
Allerdings handelt es sich bei der Studie nicht um eine Betrachtung der Branche, wie festgehalten wird. So werden unter anderem auch konzerninterne Verschiebungen von ICT-Dienstleistungen und -Waren einbezogen, wenn also etwa die UBS einer Tochter im Ausland ihre Software zur Verfügung stellt.
 
Über zwei Drittel der Exporte – im Umfang von 12,5 Milliarden Franken – erfolgen als Dienstleistungen. Mit 8,5 Milliarden Franken schlagen dabei die sogenannten Computerdienste, gegenüber den den Telekommunikations- und den Informationsdiensten, am stärksten zu Buche. Zu diesen zählen nach IWF-Definition unter anderem Software, Beratung, Support, Schulung, Hosting aber auch der Unterhalt von Hardware.
 
Der Export von ICT-Gütern konnte laut Studie in den letzten drei Jahren um 700 Millionen Franken gesteigert werden. Dazu zählen derweil auch Messgeräte, die mit Abstand am meisten exportiert wurden.
 
Die gesamten ICT-Exporte lagen aber 300 Millionen Franken unter dem Niveau von 2017, denn es musste ein starker Rückgang bei den Dienstleistungen hingenommen werden: Rund 600 Millionen Franken weniger an ICT-Services wurden ins Ausland geliefert.
 
Asien wird wichtiger, USA büsst weiter ein
Starkes Wachstum konnte man im asiatischen Raum verbuchen, während Amerika weiterhin als Zielmarkt an Bedeutung einbüsst. Mit 64 Prozent Anteil bleibt allerdings die EU mit Abstand der wichtigste Exportmarkt für ICT-Dienstleistungen. Allein an den grössten Handelspartner Deutschland flossen 2018 Leistungen in der Höhe von 2,4 Milliarden Franken.
 
Die negative ICT-Dienstleistungshandelsbilanz hat sich derweil verkleinert. Hinter dem Monsterwort verbirgt sich die Tatsache, dass die Schweiz mehr Services importiert, als exportiert: 2017 noch Leistungen im Umfang von 3,5 Milliarden Franken. Letztes Jahr sei das Defizit auf 2,5 Milliarden Franken geschrumpft. Dies ist laut Studie vor allem auf den Rückgang der ICT-Dienstleistungs-Importe zurückzuführen, deren Volumen auf 15 Milliarden Franken sank.
 
Erhoben wird die ICT-Aussenhandelsstudie im Auftrag von ICTswitzerland vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB). Dazu wertete das Institut Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) sowie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus. Die Studie kann als (PDF) von der ICTswitzerland-Website heruntergeladen werden. (ts)