IT-Projekt beim Baspo ist teurer als budgetiert, aber...

Auf einer Datenbank des Bundesamts für Sport (Baspo) wird eine Vielzahl von Daten zu Sportaktivitäten in der Schweiz verwaltet. Die in die Jahre gekommene "Nationale Datenbank Sport" (NDS) wird erneuert, doch werde das Projekt teurer als budgetiert, wie der 'Beobachter' berichtet.
 
Für das Projekt hat das Baspo 2017 laut dem Artikel einen Verpflichtungskredit von 11,2 Millionen Franken beantragt. Nach einem Ausschreibungsverfahren ging der Zuschlag im Frühjahr 2018 an die Firma Queo Swiss und zwar mit einem Auftragsvolumen von knapp über 16 Millionen Franken. Hier gilt allerdings zu beachten, dass zehn der 16 Millionen Franken für optionale Leistungen vorgesehen sind, wie aus der Simap-Publikation hervorgeht.
 
Ein internes Baspo-Dokument, das dem 'Beobachter' zugespielt wurde, zeige, dass sich die Kosten des Projekts auf 24,4 Millionen Franken belaufen würden.
 
Baspo-Sprecher Christoph Lauener bestätigt auf Anfrage von inside-it.ch diese Kosten, relativiert aber. Der Verpflichtungskredit werde nur zur Deckung externer Kosten verwendet. Ausserdem schreibe der Bund vor, dass ein Verpflichtungskredit bereits vor der WTO-Vergabe beantragt werden müsse und dafür bedürfe es einer Schätzung. Die damalige Schätzung für die Gesamtkosten über 16,4 Millionen Franken, beruhte unter anderem auf einer Marktanalyse. Ein Problem sei gewesen, erklärt Lauener, dass man keine Vergleichssysteme habe und es keine Standard-Software gebe, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllen würden.
 
Mit dem Zuschlag an Queo Swiss sei dann klar geworden, wieviel die Software und damit das Projekt koste. Die 24,4 Millionen Franken seien die Gesamtkosten des Projekts gemäss Zuschlag nach der WTO-Ausschreibung, führt Lauener aus. Der Bundesrat habe 2019 einen Zusatzkredit über rund 6,5 Millionen Franken bewilligt.
 
Zu Mehrkosten habe unter anderem auch eine mittlerweile zurückgezogene Einsprache eines unterlegenen Anbieters geführt, so der 'Beobachter'. Die Beschwerde führte zu einem Jahr Verzögerung und entsprechender Mehrarbeit, bestätigt das Baspo.
 
2018 habe das Baspo mitgeteilt, dass Queo Swiss die neue Datenbank "von Grund auf neu entwickelt werde", heisst es im Bericht. Dies stimme nicht, so der Baspo-Sprecher. Es kämen diverse Standardelemente zum Einsatz, die zu einem neuen System zusammengesetzt würden.
 
Externe Prüfer hätten wiederholt bestätigt, betont das Baspo, dass das Projekt ordnungsgemäss unterwegs sei. Es gebe aktuell keinen Hinweis zur Annahme, dass die 24,4 Millionen Franken nicht eingehalten werden könnten.
 
Gemäss der Ausschreibung ist die bestehende Applikation seit 2003 im Einsatz. Über die NDS werden sämtliche Kurse von "Jugend und Sport" (J+S) und "Erwachsenensport Schweiz" (ESA) sowie der J+S-Subventionen abgewickelt. (kjo)