Der neue BIT-Direktor ist gewählt

Dirk Lindemann an der Pressekonferenz
Der Neue heisst Dirk Lindemann und kündigt eine Reorg an sowie Themen wie Blockchain, Big Data und SaaS.
 
Der Bundesrat hat den neuen Direktor des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation BIT gewählt: Es ist der interimistische BIT-Chef Dirk Lindemann. Dies gab Bundesrat Ueli Maurer bekannt.
 
Lindemann ist seit rund 12 Jahren bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV und dort seit Mitte 2015 in der Funktion des Vizedirektors/Hauptabteilungsleiters, so sein LinkedIn-Profil. Die interimistische Leitung des BIT hatte er seit Juni 2019 inne, nachdem der bisherige Direktor Giovanni Conti wegen Differenzen mit Maurer abgetreten war.
 
Der Bundesrat habe die Stelle normal ausgeschrieben und es seien rund 30 Bewerbungen eingetroffen, so Ueli Maurer. Zuerst habe man eine Shortlist gemacht und dann Assessments durchgeführt. "Der Bundesrat steht mit Überzeugung zur Wahl von Lindemann", so Maurer. Als interimistischer Chef habe er "die Nagelprobe auch im Detail schon bestanden".
 
Der neue BIT-Chef verfüge über "profunde Kenntnisse der Themen und Fragestellungen in der Bundesinformatik", dies habe er auch schon unter Beweis gestellt. "Er hat Fiscal-IT zum Erfolg geführt und mitgewirkt an einer Digitalisierungsplattform des Bundes", so Maurer. Er sei in den letzten Monaten bei Insieme dabeigewesen und habe dort den Mut gezeigt, das IT-Projekt abzubrechen.
 
Lindemann soll weiter Schwung in die Bundesinformatik bringen. Als Haupterwartungen seien ein effizientes Informatiksystem für den Bund, "das funktioniert und kostengünstiger wird", so Maurer.
 
Im Fokus stehen dabei grosse Programme wie DazIT, die Modernisierung und Digitalisierung der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Hier sei man aktuell unter Budget und zeitlich leicht voraus, sagte Maurer. Als weitere Aufgaben von Lindemann nannte er die Migration ins RZ Frauenfeld und Superb23, die bundesweite Ablösung der bisherigen SAP-Systeme. Das Programm solle "fast eine Milliarde kosten", so Maurer und die diesbezügliche Botschaft folge in kürze.
 
"Das BIT ist ein Querschnittsamt, das benötigt Einfühlungsvermögen und Durchsetzungsfähigkeit", so Maurer. "Es muss schnörkellos geführt werden", sagte er weiter mit Verweis auf die 80 Departemente des Bundes und die vertikale Zusammenarbeit mit den Kantonen.
 
Lindemann seinerseits will gleichzeitig effizienter werden und Kosten sparen, aber auch neue Themen anpacken, bei denen der Bund "noch nicht so gut aufgestellt ist". Er nannte KI, Blockchain, Big Data, SaaS, Hybrid-Modelle und Devops als Stichworte. "Wir werden künftig Minimal Viable Products herstellen, statt Konzepte zu schreiben", sagte er. Die BIT-Mitarbeitenden seien "hochmotiviert und engagiert". Das gelte auch dabei, dass Lindemann "mit ihnen neue Struktur schaffen" wolle.
 
Lindemann ist 53-jährig, Diplom-Betriebswirt und besitzt sowohl die deutsche wie auch die schweizerische Staatsbürgerschaft.
 
Das BIT zählt 1100 Mitarbeitende, hat 420 Millionen Franken Budget pro Jahr, und betreut 30'000 Arbeitsplätze des Bundes, 450 Fachanwendungen für Departemente, und 5000 Server. (mag)