Kanton Glarus arbeitet künftig "Digital First"

Glarus schafft eine neue Fachstelle und investiert mehrere Millionen Franken, um die digitale Transformation voranzutreiben.
 
"Digital First" heisst es von nun an auch im Kanton Glarus. Die Legislaturplanung 2019-2022 des Glarner Regierungsrates enthält mehrere Massnahmen im Bereich der Digitalisierung, darunter die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie für die kantonale Verwaltung.
 
Ein Kernteam unter der Leitung von Ratsschreiber Hansjörg Dürst habe nun unter Beizug einer nicht genannten Beratungsfirma die "Digitalisierungsstrategie des Kantons Glarus" erarbeitet. Der Regierungsrat habe die Digitalisierungsstrategie genehmigt, teilt der Kanton mit.
 
Die Digitalisierungsstrategie des Kantons, "Strategie Digla", definiert sechs Handlungsfelder:
1.) Schaffen von zukunftsfähigen Rahmenbedingungen und Prozessen zur Umsetzung der Strategie.
2.) Höhere Orientierung an Kundenbedürfnissen und Schaffen einer Kultur der Offenheit gegenüber dem digitalen Wandel.
3.) Schaffen attraktiver politischer und finanzieller Rahmenbedingungen für Wirtschaft, Bildung und Forschung.
4.) Bürger und Arbeitnehmende für den digitalen Wandel befähigen.
5.) Schaffen einer zukunftsfähigen IKT-Infrastruktur.
6.) E-Government digital und kundengerecht ausbauen.
 
Erreicht werden sollen diese Ziele durch einen Massnahmenplan, welcher laufend überprüft und angepasst werden soll, wie es in der Mitteilung heisst. Als Schlüsselmassnahmen, die priorisiert behandelt werden, gehören die Schaffung einer Fachstelle Digitalisierung und das Bereitstellen der finanziellen Mittel. Im Massnahmenpaket finden sich ausserdem unter anderem die Einführung von E-IDs sowie E-Signaturen oder das Ziel, die Gever-Plattform in der gesamten Verwaltung einzuführen.
 
Für die Umsetzung der Sofortmassnahmen soll im Anfang 2020 dem Landrat ein Nachtragskreditbegehren über 190'000 Franken zulasten des Budgets 2020 unterbreitet werden. Die weitere Umsetzung der Strategie erfordere eine Landsgemeindevorlage, die bis Ende November erarbeitet werden soll. Die Vorlage werde voraussichtlich ein Digitalisierungsgesetz, eine Rahmenkreditvorlage, die Schaffung einer Fachstelle Digitalisierung beinhalten sowie die Klärung der Frage, ob und wie die Informatik des Kantons und der Gemeinde ("Glarus hoch 3") zusammengelegt werden können.
 
Der Kanton rechnet für die Umsetzung mit einmaligen Kosten von 2,75 Millionen Franken. Hinzu kommen wiederkehrende Kosten über 2,1 Millionen Franken für die Umsetzung. Nicht enthalten seien darin die Kosten für die eigentliche Digitalisierung der Behördendienstleistungen von rund zwei Millionen Franken. Aber die Kosten für einzelne Massnahmen wiederum seien bereits im Budget oder in der Rückstellung für die Schul-IT enthalten. (kjo)