Bericht: Googles Konflikt mit Mitarbeitern spitzt sich zu

Google hat offenbar ein Beratungsunternehmen angestellt, dass für seine antigewerkschaftliche Arbeit bekannt ist. Die Firma IRI Consultant wirbt damit, dass es "Unternehmen bei der Bewältigung von Herausforderungen am Arbeitsplatz unterstützt". Zum Angebot gehören auch "Verletzbarkeits-Analysen" von Gewerkschaften. Die Zusammenarbeit ist ein weiterer Hinweis auf eine Eskalation zwischen Google-Mitarbeitern und dem Management.
 
Angestellte von Google hätten entdeckt, dass der Konzern ein Tool in den Webbrowser der Mitarbeiter installiert habe, das Kalendereinträge mit mehr als zehn Besprechungsräumen oder 100 Teilnehmern markiere, berichtet die 'New York Times'. Die Betroffenen fühlten sich überwacht. Google erklärte, dass man damit interne Spam-Mails reduzieren wolle und keine personenbezogenen Daten sammle. Nachforschungen der Mitarbeiter hätten dann aber zu einer Gruppe von Google-Managern geführt, die sich monatelang mit IRI-Mitarbeitern getroffen haben sollen, so die US-Tageszeitung.
 
Dem Bericht zufolge ist der Umfang der Zusammenarbeit nicht bekannt. Ein Google-Sprecher lehnte es ab, Einzelheiten zu nennen. IRI äusserte sich gar nicht. Es seien Dutzende von externen Unternehmen beauftragt, Ratschläge zu einem breiten Themenspektrum zu geben, hiess es von Seiten Googles lediglich.
 
In Zürich, dem drittgrössten Standort von Google, hat der Tech-Riese kürzlich ein Treffen von Angestellten mit der Gewerkschaft Syndicom verhindern wollen. Man wolle lieber selbst Veranstaltung zu arbeitsrechtlichen Themen organisieren, hiess es damals. Offenbar verärgerte dies aber einige Mitarbeiter. Sie trafen sich trotz einer Mitteilung aus der Führungsetage mit Vertretern der Gewerkschaft.
 
Eine Gewerkschaft der Google-Belegschaft scheint zwar eher unwahrscheinlich, aber Mitarbeiter des Konzerns haben in jüngerer Vergangenheit immer wieder mit Petitionen und kurzen Arbeitsniederlegungen auf sich aufmerksam gemacht. Offenbar stellt sich Google auf weitere Schritte ein, wie eine ehemalige, langjährige Mitarbeiterin zur 'New York Times' sagte. (ts)