Viele Angestellte trauen KI mehr als ihrem Chef

Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz wird beliebter. Eine neue Studie empfiehlt: "Manager konzentriert euch auf eure Soft Skills!"
 
Roboter sollen bei einigen Chef-Angelegenheiten besser sein als ihre menschlichen Pendants. So könne KI etwa besser die Arbeitszeiten planen oder Probleme lösen. Dies glauben zumindest 82 Prozent der Angestellten, die von Oracle und Future Workplace befragt wurden. Immerhin fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie einer KI mehr Vertrauen schenken würden, als einem menschlichen Manager.
 
KI am Arbeitsplatz werde immer mehr akzeptiert und gar von vielen "mit Liebe und Optimismus" begrüsst, heisst es in einer Mitteilung. Mittlerweile nutzen laut der Studie bereits die Hälfte der Befragten eine Form von KI am Arbeitsplatz. Dies ist eine Zunahme von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
 
Die Mehrheit habe eine gute "Beziehung" zur KI, heisst es in der Studie. Fast die Hälfte erhofft sich mehr Freizeit, 36 Prozent neue Skills und noch 28 Prozent sehen die Chance, dass ihre Rolle durch KI künftig strategischer wird. Und es meldeten nur noch ein Viertel Unsicherheiten an, gegenüber dem Vorjahr, als noch 38 Prozent unsicher wegen KI waren.
 
Länderspezifisch gibt es aber grosse Unterschiede: In Indien, wo 78 Prozent der Befragten bereits KI einsetzen, sind über die Hälfte begeistert von den neuen Tools. In Frankreich hingegen, wo erst ein Drittel der Arbeiter auf KI setze, haben dies nur gerade acht Prozent der Befragten angegeben. Und man muss die Befunde auch sonst etwas relativieren: Denn unter den befragten Managern war der Einsatz von KI deutlich beliebter als unter Angestellten.
 
Das Technische der Technik, das Menschliche dem Menschen
Bei einem Problem hätten sich mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer an einen Roboter statt an einen Vorgesetzten gewandt. Ein Viertel gab an, dies immer oder zumindest sehr oft so zu handhaben. Dennoch glaubt nach wie vor die Mehrheit, dass es wichtige Aufgaben der Chefs aus Fleisch und Blut gibt: Besonders genannt wurden Gefühle verstehen, Mitarbeiter coachen und eine Arbeitskultur schaffen.
 
"Die Studie zeigt, dass die KI nicht nur
Antworten auf die Frage, wie man den Einsatz von KI erleichtern könnte. Grafik: Oracle
das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Manager neu definiert, sondern auch die Rolle eines Managers in einem KI-gesteuerten Arbeitsplatz. Basierend auf den Ergebnissen werden Manager auch in Zukunft relevant bleiben, wenn sie sich darauf konzentrieren, menschlich zu sein und ihre Soft Skills einzusetzen, während sie die technischen Fähigkeiten und Routineaufgaben den Robotern überlassen", so Dan Schawbel, Forschungsdirektor von Future Workplace.
 
Das Fazit von Oracle und Future Workplace, die beide Produkte oder Dienstleistungen im Bereich KI anbieten, ist dann auch klar: Unternehmen müssten KI am Arbeitsplatz vereinfachen und die Sicherheit garantieren, um nicht zurückzubleiben. Dies wünschte auch die Mehrzahl der Studienteilnehmer. Rund 70 Prozent sagten, dass Security-Bedenken den Einsatz von KI während der Arbeit behindern würde. Über zwei Drittel gaben an, dass die Komplexität und der technologische Wandel im Wege ständen. Dem könne vor allem mit einem besseren User Interface abgeholfen werden.
 
Im Rahmen der Studie wurden 8370 Angestellte, Manager und HR-Verantwortliche in zehn Ländern befragt. Teilgenommen haben Vollzeitangestellte aus den USA, Grossbritannien, Frankreich, Indien, China, Brasilien, Japan, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Australien. (ts)