Die IT-Woche:

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 47 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Hacker greifen auf 14 Millionen Kundendaten bei Conrad Electronic zu
Unbekannte Hacker haben sich beim Onlinehändler Conrad Electronic Zugang zu Kundendaten verschafft. Der Angriff ist laut Firma auf eine Elasticsearch-Datenbank erfolgt. Es gibt demnach aber keine Hinweise darauf, dass die Hacker die Daten tatsächlich auch abgegriffen haben. "Die knapp 14 Millionen Kunden-Datensätze der Conrad Gruppe, auf die Zugriff möglich gewesen wäre, umfassen Postadressen, teilweise E-Mail-Adressen sowie Fax- und Telefonnummern und bei knapp einem Fünftel der betroffenen Datensätze auch IBANs", so Conrad.
 
Störung setzt Six-Zahlterminals ausser Betrieb
Am Morgen des 19. Novembers legte eine Störung die Zahlterminals von Six Payment Services in der Schweiz lahm. Bezahlungen in Restaurants und Geschäften waren mit sämtlichen Kredit- und EC-Karten oder per Smartphone nicht mehr möglich. Der Ausfall habe von 8.54 Uhr bis 9.32 Uhr gedauert und die Systeme in der Schweiz, Österreich und Luxemburg betroffen, bestätigte uns eine Six-Payment-Services-Sprecherin. Grund sei "eine technische Störung" gewesen; eine genauere Ursache nannte sie nicht. Nach dem Restart hätten alle Systeme bis Mittag wieder normal funktioniert.

CIO von Basel-Stadt macht sich selbstständig
Thomas Berger, Leiter der Zentralen Informatikdienste (ZID) des Kantons Basel-Stadt, verlässt seinen Posten Mitte 2020. Er war ab 2013 Leiter der ZID und davor als Abteilungsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung für die kantonale IT-Abteilung tätig. Laut Kanton hat Berger sich entschieden, eine eigene Firma zu gründen und selbständig unternehmerisch tätig zu werden. Vor seiner Zeit bei der ZID war er Geschäftsführer eines auf die öffentliche Verwaltung spezialisierten IT-Beratungsunternehmens. Davor war Berger Leiter des Bereichs E-Government im Kanton Aargau.
 
Core-Banking halb fertig, Hersteller nicht bereit und ein Big-Bang-Launch
Die britische Bank TSB hat einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, wie der Wechsel des Kernbanken-Systems im April 2018 zum umfassenden IT-Debakel werden konnte. Die Anwaltskanzlei Slaughter and May war von der Bank mit der Untersuchung beauftragt worden. Das Urteil fällt nicht gut aus: Trotz Tests wurden Konfigurationsprobleme nicht erkannt und identifizierte Bugs nicht umfassend rapportiert. Auch seien die Risiken eines Big Bangs nicht genügend berücksichtigt worden und der VR schlecht informiert gewesen. Überhaupt sei das Projekt sehr ambitioniert und "unrealistisch" gewesen, so das Fazit der Autoren.

SwissICT bietet Outplacement-Programm für Informatiker 50+
Der Fachverband SwissICT lanciert gemeinsam mit der Firma M&F Engineering ein Förderprojekt für Informatiker 50+. Die Idee: Firmen, die Informatiker 50+ nicht mehr weiterbeschäftigen, sondern in ein Outplacement senden, können diese an die Trägerschaft von "SwissICT Booster 50+" übergeben. Auf der anderen Seite können Firmen den Ü50ern in Projekten die Chance geben, sich zu bewähren. Die Projektpartner können dringend gesuchte Fachleute nach ihren Bedürfnissen weiterbilden und fest anstellen. Die Informatiker selbst könne in der Praxis technologische und persönliche Lücken schliessen und sich in einem Projekt bewähren. "Das ist weit mehr als ein Vorstellungsgespräch oder ein zweiwöchiges Praktikum wie üblich", sagte uns SwissICT-Projektleiter Stephan Schmid.
 
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