Zürich sucht Nachfolger für Daten­schützer Bruno Baeriswyl

Bruno Baeriswyl lässt sich bald pensionieren.
Der langjährige kantonale Daten­schutz­beauftragte tritt bald zurück. Zwei potenzielle Nachfolger stehen auf der Shortlist.
 
Bruno Baeriswyl, der seit 1994 amtierende Datenschutzbeauftrage des Kantons Zürich, geht auf Ende April 2020 in Pension. Im vergangenen Sommer ist die Nachfolge von Baeriswyl ausgeschrieben worden.

Der Kantonsrat hatte für die Neubesetzung eine fünfköpfige Findungskommission unter der Leitung von SVP-Kantonsrat Roman Schmid eingesetzt, der auch Mitglieder aus SP, Grünen, GLP und FDP angehören. Aus den eingegangenen 15 Bewerbungen wurde von der Geschäftsleitung des Kantonsrats Anfang November Dominika Blonski und Claudius Ettlinger auf die Shortlist gesetzt.
 
Auf Anfrage bestätigt Schmid, dass sich die beiden derzeit in den Fraktionen vorstellen. Der Kantonsrat wird dann am 16. Dezember seine Wahl treffen.

Die 37-jährige Juristin Blonski arbeitet bereits seit fünf Jahren für Baeriswyl und leitet seit einem Jahr Abteilung Recht und Informationssicherheit des Datenschutzbeauftragten. Die ausgewiesene Datenschutz-Expertin hat laut ihrem LinkedIn-Profil bereits ihre Dissertation zum Thema "Biometrische Daten als Gegenstand des informationellen Selbstbestimmungsrechts" verfasst.

Ihr Konkurrent ist der 52-jährige Anwalt Ettlinger, der den grössten Teil seiner beruflichen Karriere bei der Credit Suisse absolviert hat. Ende 2017 wechselte er als betrieblicher Datenschutzbeauftragter zur SBB. Laut seinem LinkedIn-Profil gehört er zudem seit fast 14 Jahren der Disziplinarkommission des Schweizer Fussballverbands SFL an.
 
Der heutige kantonale Datenschutz verteilt sich auf etwas mehr als neun Vollzeitstellen. Zu wenig, fand Baeriswyl vergangenes Jahr. Er müsste längerfristig bis zu sechs Stellen mehr haben, um den Kanton Zürich digital auch rechtlich fit zu machen. (vri)