Die IT-Woche: 

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 48 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
 
Exklusiv! Kehrtwende im Open-Source-Debakel von Bern
Dass die Stadt Bern für die neue Schulinformatik auf Open-Source-Lösungen setzte, gab schon letztes Jahr zu reden. Das Projekt "Base4Kids2" hatte einen holprigen Start, was die Lehrer der Stadt Bern veranlasste, sich in einem offenen Brief über Probleme mit Software, Hardware und Netzwerk zu beschweren. Nun reagierte das Schulamt. Der Start von "Base4Kids2" sei nicht geglückt. Insbesondere die App Collabro, welche als Open-Source-Lösung anstelle von Word, Excel und Powerpoint eingesetzt werde, bereite Sorgen. Das Schulamt entschuldigt sich, dass die Schwierigkeiten die Spezialisten Medien und Informatik (SMI) "über alle Massen belastet und den Unterricht beeinträchtigt" hätten. Und das Amt vollzieht eine schlichte Kehrtwende: "Wir werden noch vor Jahresende auf der Informatikplattform von Base4kids2 die Apps für Microsoft Word, Excel und Powerpoint aufschalten", heisst es.
 
Rein in die Cloud, raus aus der Cloud
Eine Befragung von Nutanix unter IT-Entscheidern zur Nutzung von IT-Infrastrukturen liefert ein durchaus überraschendes Ergebnis: Zum Zeitpunkt der aktuellen Umfrage Mitte 2019 scheinen die Befragten wieder vermehrt traditionelle Rechenzentren genutzt zu haben. Und zwar ganz entgegen der Mitte 2018 geäusserten Absichten. Damals ging knapp die Hälfte der Befragten davon aus, dass ihre Nutzung traditioneller RZ-Ressourcen 2019 zurückgehen werde, zugunsten von Public Cloud oder Multi Cloud. Stattdessen stieg der Anteil der RZ-Nutzer per Mitte 2019 um 12 Prozent, während der Anteil der Hybrid-Cloud-Nutzer um 5,4 und der der Multi-Cloud-Nutzer um 1,5 Prozent sank. Dabei handle es sich aber wohl um ein vorübergehendes Phänomen, glauben die Studienautoren. Denn grundsätzlich sehen sich die Befragten weiter auf dem Weg in die Cloud, mehrheitlich basierend auf einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur.
 
200-Millionen-Auftrag des VBS geht an Swisscom
Hinter dem Projekt "RZ VBS/BUND 2020 IKT A&I" steckt ein Teil des RZ-Gesamtprojekts des VBS, in dessen Rahmen die Konsolidierung der Rechenzentren des Bundes auf drei Standorte vorangetrieben wird. Zwei Angebote sind für das Projekt bei der FUB eingegangen. Mit dem wirtschaftlich günstigsten Angebot erhielt Swisscom den über 200 Millionen Franken schweren Zuschlag. Der Telco wird unter anderem dafür verantwortlich sein, mit einer standardisierten Infrastruktur die Voraussetzungen zu schaffen, um die bestehende RZ- und IT-Infrastrukturen in einen bereinigten und möglichst homogenen, effizienten und effektiven Betriebszustand überführen zu können, wie es in der Ausschreibung heisst.
 
HP wird langsam hässig auf Xerox
Xerox hält weiterhin an seinem Plan zur Übernahme von HP fest, und dies führt zu erhöhten Spannungen zwischen den beiden Unternehmen. Falls HP nicht einer gegenseitigen Due Diligence zustimmen werde, werde man sich mit der 30 Milliarden schweren Offerte direkt an die Aktionäre wenden. Dies würde eine feindliche Übernahme bedeuten, bei der beide Seiten um die Gunst der Aktionäre buhlen. HP wird das Ultimatum von Xerox nicht befolgen. In einem Antwortbrief lehnte der CEO Enrique Lores das Angebot von Xerox ein weiteres Mal rundweg ab. Der HP-Verwaltungsrat finde den angebotenen Preis deutlich zu tief und Xerox müsste sich hoch verschulden. Lores kritisierte ausserdem die mangelnde Informationsbereitschaft: "Eure aggressiven Worte und Aktionen machen es klar, dass Xerox entschlossen ist, einen Zusammenschluss unter opportunistischen Bedingungen zu erzwingen, ohne adäquate Informationen herauszugeben." 
 
Migros stellt preisgekrönte Social-Shopping-Plattform ein
Migros stellt die Social-Shopping Plattform-"Amigos" wieder ein. Die Idee einer Art Nachbarschaftshilfe – ein "Bringer" nimmt in einer App eine Bestellung eines anderen Migros-Kunden entgegen und liefert dann dessen Einkäufe ab – sei auf reges Interesse gestossen. Allerdings hat das Unternehmen gelernt, dass man bei der Idee nicht alles zu Ende gedacht hatte. Eigentlich war geplant, die Plattform nach dem Test schweizweit auszurollen. Dies hätte Investitionen in "Amigos" erfordert, aber auch in First- und Second-Level-Support, wie uns ein Migros-Sprecher erkläre. Zweitens tauchten arbeitsrechtliche Fragen auf, denn die Bringer erhielten Geld für ihre Tätigkeiten. Migros-intern hat die Abschaltung von "Amigos" am 10. Dezember keine Konsequenzen. "Es verliert niemand seine Stelle und es muss sich niemand neu orientieren", so der Migros-Sprecher.
 
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