Abacus bringt mit Partnern KI in die Buch­haltung

Vlnr: Johan Paratte, Mitgründer von Arcanite, Abacus-CEO Claudio Hintermann, Raffaelle Grillo (Produktmanager, Abacus) und Maurizio Bolgiani, Head of Business Development (Cornèr Banca).
Gemeinsam wollen Abacus, Arcanite und Cornèrcard Buchhaltungs­prozesse und Transaktionen automatisch und in Echtzeit abwickeln.
 
Abacus, Arcanite und Cornèrcard haben eine Partnerschaft angekündigt. Aus der Kooperation entstanden ist "Autonomous Live Accounting (ALA)". Dabei handle es sich um mehr als schlicht ein neues Produkt der Firmen, wie an einer gemeinsamen Medienkonferenz der Firmen gesagt wurde.
 
Die Lösung erlaube es, verschiedene Buchhaltungsprozesse in Unternehmen zu automatisieren in dem es Kauf- und Verkaufsprozesse mittels KI-Einsatz direkt in ein Buchungssystem überführe.
 
Als ein Beispiel wird die Spesenabrechnung genannt. Abacus-Kunden können Spesenbelege über die App Abaclik scannen und die Informationen gelangen so automatisch in die Buchhaltungssysteme. Dabei kommt die KI-Lösung DeepO von Arcanite zum Einsatz, die aus dem Beleg die relevanten Informationen, wie etwa Betrag, Mehrwertsteuer, Adresse oder Datum extrahieren und direkt in das Buchhaltungssystem eines Unternehmens buchen könne. Die Partnerschaft zwischen Abacus und dem Westschweizer Startup Arcanite besteht schon länger. Dank der Kooperation mit Cornèrcard geschehe nun auch der Abgleich der Kreditkartentransaktion unmittelbar. Man müsse somit nicht mehr manuell Listen und Belege abgleichen, um die Zahlungen zu verifizieren, erklärt Abacus-CEO Claudio Hintermann.
 
Für Kreditoren und Debitoren
Die gleiche Technologie könne auch auf Kreditoren angewendet werden, egal ob eine Rechnung als PDF oder auf Papier im Unternehmen ankommt. "Die Informationen auf Finanzdokumenten sind heute leider wenig strukturiert. So sehen beispielsweise Belege verschiedener Unternehmen völlig unterschiedlich aus. Dank neuer Technologien und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz können solche Daten nun strukturiert werden", erklärt Arcanite-Mitgründer Johan Paratte. Die Erkennungsrate liege noch nicht bei 100 Prozent, fügte Hintermann an. Aber das werde man wohl auch nicht erreichen. Ein Problem sei etwa, dass von Menschen erstellte Rechnungen manchmal "zu kreativ" seien, so dass Software die Information nicht auslesen könne.
 
Auch die Rechnungsstellung soll mit ALA automatisiert werden. Als Anwendungsbeispiele werden Aussendienstmitarbeitende oder Kleinstfirmen genannt, die ihre Produkte auf einem Markt verkaufen. Diese könnten die Rechnung erstellen und die Bezahlung über ein mobiles Kartenterminal von SumUP abwickeln. Auch hier würde der Prozess automatisch und in Echtzeit verbucht, heisst es.
 
Die neue Lösung für Abacus- und Cornèrcard-Kunden soll im Frühling 2020 eingeführt werden und eigne sich sowohl für grosse wie auch kleine Kunden. "Mit dieser Partnerschaft schliessen wir eine wichtige Lücke bei den heutigen Prozessen zwischen verschiedenen Marktteilnehmern. Jedes Unternehmen kann nun die Buchhaltungsprozesse einfacher gestalten und verfügt gleichzeitig über eine kontinuierliche Kontrolle seiner Geschäfte", so Davide Rigamonti, Head of Cornèrcard, in einer Mitteilung.
 
Da die Informationen direkt verbucht werden, erhielten Unternehmen einen besseren Einblick in ihre Finanzlage, führte Hintermann aus. Relevante finanzielle Informationen stünden direkt zur Verfügung. Dies macht die Lösung laut dem Abacus-Chef auch in einem breiteren Kontext interessant. Er nennt etwa die Vergabe von Krediten oder Leasing-Verträge. "Die Innovation revolutioniert eine 500-jährige Tradition und bringt die Buchhaltung auf ein ganz neues Level", schliesst er. (kjo)
 
(Interessenbindung: Abacus ist Goldsponsor von inside-it.ch und inside-channels.ch.)