Zoll will mit Data Analytics Schmuggler besser finden

In einer Ausschreibung sucht das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) Datenwissenschaftler und Data Analytics Engineers. Benötigt werden die Ressourcen hauptsächlich für die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), wie aus der Ausschreibung hervorgeht.
 
Konkret beschafft das BIT externe Hilfe für das Projekt Data Analytics (DA). Dieses ist Teil des Transformationsprojekts DaziT der EZV und hat zum Ziel, eine EZV-weite Informationsdrehscheibe aufzubauen, in der unterschiedliche Datensammlungen für eine 360°-Sicht zusammengezogen und verfügbar gemacht werden.
 
Für den Aufbau und die Weiterentwicklung von DA sei spezifisches Wissen notwendig. Dieses könne nicht mit Standardrollen abgedeckt werden und sei intern nur in begrenztem Umfang vorhanden, heisst es in der Ausschreibung weiter. Das Beschaffungsvolumen über alle Lose hinweg beläuft sich auf maximal rund 40 Millionen Franken. Dabei werden mit den Auftragnehmern Rahmenverträge abgeschlossen, eine Mindestabnahmemenge gibt es nicht.
 
Daten und Algorithmen als Entscheidungshilfen
Im Data-Analytics-Projekt soll ab 2020 eine Reporting- und Informationsplattform eingeführt werden, die bestehende Systeme wie etwa das Data Warehouse oder SAP Business Objects integriert. Ab Mitte 2020 stehe dann der Aufbau von Advanced Analytics an, heisst es auf der Website der EZV. Das DA-Projekt schaffe die Voraussetzung für eine datengetriebene EZV, indem damit eine EZV-weite Informationsdrehscheibe inklusive der dazugehörenden Methoden und Tools aufgebaut werde.
 
Mit Advanced Analytics gehe man über die Auswertung von historischen Daten hinaus. Zusammenhänge sollen nicht nur nachträglich verstanden werden, sondern sollen – selbst bei sehr grossen Datenmengen mit komplexen Strukturen – vorausschauend erkennbar sein. Die Zollverwaltung erhofft sich, mit geeigneten Algorithmen datenbasierte Modelle generieren und effizientere Prognosen erstellen zu können.
 
Warenschmuggel und Firmenratings als Use Cases
Genannt werden bei der EZV drei Anwendungsfälle, die vorab im Vordergrund stehen sollen:
Firmenprofile, Risikoanalyse und Warenschmuggel.
 
Etwa ist geplant, Informationen zu Firmen aus verschiedenen Quellen zu konsolidieren und Firmenratings zu erstellen. Bei der Risikoanalyse sollen die heute dezentral und unabhängig voneinander laufenden Risikobeurteilungen zu einer 360-Grad-Gesamtsicht über Personen, Firmen und Fahrzeuge zusammengeführt werden. Dies wiederum soll zu "treffsicheren Entscheidungen und Interventionen" führen. Beim gewerbemässigen und privaten Warenschmuggel soll aufgrund eines Zusammenzugs verschiedener bestehenden Datenquellen die Beurteilungsbasis insbesondere bei Schmuggelverdacht verbessert werden. (kjo)