Atlassian: Flexible Developer sind zufriedener

7. April 2022 um 14:37
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Foto: ThisisEngineering RAEng / Unsplash

Entwickler wünschen sich eine autonome Arbeitseinteilung und flexible Tools, zeigt eine Befragung.

Der Anbieter von Entwicklertools für Projektmanagement Atlassian hat seinen ersten "State of the Developer Report" veröffentlicht. Darin wird festgehalten, dass Software-Developer in den letzten zwei Jahren eine Schlüsselrolle eingenommen hätten. In einer Mitteilung zum Report schreibt Atlassian: "Sie gestalten die technologische Zukunft ihres Unternehmens massgeblich mit, ermöglichen die Entwicklung neuer Innovationen und treiben die Umstellung auf die Cloud voran."
In der Untersuchung wurden Software-Entwickler zu ihrer Arbeit, zu deren Erfolgsfaktoren und zu ihrer Zufriedenheit befragt. Gemäss dem Unter­nehmen nahmen an der Umfrage im Sommer 2021 insgesamt 2182 Arbeits­kräfte, die in einer traditionellen Rolle als Software-Developer arbeiten, aus Australien, Deutschland, Indien und den USA teil. Besonders aufgefallen seien bei der Befragung 3 Punkte:

1. "You built it, you run it"

Das Konzept hinter "You built it, you run it" (YBIYRI) sei zwar nicht neu, setze sich aber langsam durch, schreibt Atlassian. YBIYRI bedeute schlicht, dass derjenige, der die Software entwickelt, im Anschluss auch dafür verantwortlich ist. In Deutschland arbeiten gemäss dem Report inzwischen 57% aller Development-Teams nach diesem Prinzip, wobei bei einem Drittel dieser Ansatz erst kürzlich eingeführt wurde. Durch diese Herangehensweise können Unternehmen die Kluft zwischen Entwicklung und Operations schliessen und ihre Produkte anhand von Feedback der Nutzenden kontinuierlich verbessern.
Durch die Einführung von YBIYRI käme es aber auch zu Veränderungen in den Teamstrukturen. Laut den Resultaten der Befragung konnten dabei zwei unter­schiedliche Tendenzen beobachtet werden: Je nachdem, ob das Konzept neu eingeführt oder schon länger verfolgt wurde. Sei ersteres der Fall, wurden vor allem neue Front-End- und Back-End-Entwickler eingestellt sowie Security Engineers, Solution Architects und Projektmanager. Sei zweiteres der Fall, seien vor allem Netzwerk-, Hardware- und DevOps-Engineers angestellt worden.

2. Flexible Tools gefragt

Laut der Studie von Atlassian nutzt die Hälfte der deutschen Entwickler sieben oder mehr verschiedene Tools. 58% berichten dabei, dass ihr Team im Laufe der Zeit jeweils weitere Tools zu seinem Stack hinzufügt. Gleichzeitig sei aber auch noch sichtbar geworden, dass Softwareentwickler vor allem Wert auf flexible und adaptive Tools legen, die ihre Arbeit vereinfachen, auch wenn deren Anzahl dadurch grösser werde. Solche Developer mit flexiblen Tools zeigten sich gemäss der Befragung insgesamt zufriedener mit ihren Aufgaben und Verantwortlichkeiten als beispielsweise Developer mit einer stabilen Toolchain. Für Führungskräfte gelte es deshalb stets auf dem Laufenden zu sein, was die Software-Branche an flexiblen Tools zu Verfügung hat, so Atlassian.

3. Autonomie schafft Zufriedenheit

Im internationalen Vergleich haben Softwareentwickler in Deutschland gemäss Atlassian verhältnismässig wenig Autonomie in ihrem Arbeitsalltag. Während global die Hälfte aller Befragten über eine hohe Autonomie verfügt, sind es in Deutschland laut dem Report lediglich 29%. Insgesamt hätte sich in der Befragung auch gezeigt, dass Software Developer mit hoher Autonomie deutlich zufriedener mit ihrer Rolle sind als solche mit einem mittleren oder niedrigen Mass an Autonomie.
Führungskräften wird von Atlassian empfohlen, ihren Mitarbeitenden mehr Autonomie zu gewähren. Dadurch könne die Motivation und die Leistungs­fähigkeit gesteigert werden, was sich wiederum positiv auf Schnelligkeit und die Agilität der verschiedenen Teams auswirkt, so das Unternehmen.

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