Atos, SAP und die Hyperscaler erhielten die grössten Einzelaufträge des Bundes

19. September 2022, 10:27
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Foto: Hansjörg Keller / Unsplash

Der Bund hat seinen Bericht über das Beschaffungscontrolling 2021 veröffentlicht. Die IKT-Ausgaben blieben konstant, doch einige Grossaufträge stechen heraus.

Der Bericht über das Beschaffungscontrolling für das Jahr 2021 weist für die zentrale Bundesverwaltung Zahlungen von 7,09 Milliarden Franken für Beschaffungen von Gütern, Bau- und Dienstleistungen aus. Das sind 70 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Bundesrat hat den Bericht zur Kenntnis genommen.
Den grössten Anteil macht der Bereich Bau mit 2,8 Milliarden aus, das entspricht 40% der Gesamtzahlungen. Dann folgt der Bereich Güter mit 1,9 Milliarden (27%). An dritter Stelle steht der Bereich IKT, hier wurden rund 1,4 Milliarden Franken Beschaffungszahlungen getätigt. "Mit einem Anteil von 20% blieb dieser Bereich gegenüber dem Vorjahr konstant", so der Bericht. 2020 hatten die IKT-Zahlungen noch um rund 185 Millionen zugenommen.

Ruag ist der umsatzstärkste Leistungsbringer

Die 5 umsatzstärksten Leistungsbringer im Bereich IKT sind Ruag Schweiz (11,1%), Swisscom (3,9%), Ruag Simulation & Training (3,7%), Thales (3%) und Atos (2,9%). Zur Erläuterung heisst es: "Im Bereich IKT liefern und warten die Firmen Ruag und Thales Informatik- und Telekommunikationsmittel für die Führungs- und Einsatzsysteme sowie Ausbildungssysteme der Schweizer Armee."
Das Bundesamt für Informatik (BIT) als der zivile und die Führungsunterstützungsbasis (FUB) als der militärische Leistungserbringer für Daten- und Sprachkommunikation inklusive Rechenzentren-Infrastruktur würden Kommunikationstechnik von Swisscom einsetzen. Atos biete verschiedene Leistungen für die militärische wie auch die zivile Bundesverwaltung an, wie Softwaresysteme, Sicherheitsfunknetze oder Gever. Auf alle übrigen Lieferanten entfiel der Hauptanteil der Zahlungen in der Höhe von rund 1 Milliarde Franken.

Viel Geld für Polyalert, Cloud und Software-Entwicklung

Der Bericht listet schliesslich noch die jeweils 3 grössten Zuschläge der einzelnen Beschaffungsstellen auf. Bei Armasuisse findet sich darunter ein ITK-Auftrag: Ende März 2021 erhielt Atos den Zuschlag für den Betrieb von Polyalert bis mindestens 2030 für 368 Millionen Franken. Atos setzte sich dabei in einem selektiven Verfahren gegen die Mittbewerber Elca und die Broadcast-Sparte von Swisscom durch.
Beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) betreffen die 3 grössten Zuschläge allesamt IKT-Aufträge. 123,7 Millionen Franken gingen in einem freihändigen Verfahren im Januar 2021 an SAP für die bundesweite Beschaffung von SAP Cloud Services für die Jahre 2021 bis 2031.
Im Juni folgte der zweithöchste Zuschlag des BBL, der im Nachgang noch für einige Diskussionen sorgen sollte: Alibaba, AWS, IBM, Microsoft und Oracle erhielten für 110 Millionen den Public-Cloud-Auftrag.
Im November erfolgte die dritthöchste Vergabe: Für bisher insgesamt rund 109 Millionen holte sich das BIT externe Hilfe im Bereich der Software-Individualentwicklung .NET bis maximal 2031. Den Auftrag teilten sich mit Adesso, Elca, Edorex, M&F Engineering, Erni, Business Decision, Unisys, Swisscom Digital Technology und Isolutions zahlreiche weitere Firmen.
Der Bericht über das Beschaffungscontrolling und die Liste der Lieferanten sind auf admin.ch abrufbar.

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