Ausbau des 5G-Netzes polarisiert

12. Mai 2022, 12:37
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Foto: RP M / Unsplash

Laut einer Umfrage spaltet der schnelle Ausbau der 5. Generation des Mobilfunks die Schweiz. Je rund 42% sind Kritiker respektive Befürworter.

Eine repräsentative Umfrage des Internetvergleichsdienstes Comparis ist der Akzeptanz des Netzausbaus nachgegangen. Demnach wird der vom Bundesrat vorgeschlagene schnelle 5G-Ausbau von 42,5% befürwortet und 41,7% der Befragten sind dagegen. Nur 29,7% der befragten Frauen befürworten laut der Mitteilung einen raschen Netzausbau, bei den Männern täten dies 55,1%. Dagegen seien 50% der Frauen, aber nur 33,6% der Männer.
Die Umfrage ist insofern aufschlussreich, weil Bonus kürzlich noch eine gestiegene 5G-Akzeptanz in der Bevölkerung ermittelt hatte. So hätten in diesem Jahr 49% von rund 1300 Befragten angegeben, "unbedingt" oder "eher" für diese neue Technologie zu sein, im 2020 waren es nur 35%. Eine ablehnende Haltung hätten nur noch 27%, gegenüber 44% vor zwei Jahren geäussert.
Comparis nun hat im April Antworten von 1023 Menschen in allen Regionen der Schweiz ausgewertet. Diese Umfrage traf auf eine gut informierte Bevölkerung, denn 88,5% der Befragten wussten, dass es sich bei 5G um einen Mobilfunkstandard handelt und nicht etwa um ein soziales Netzwerk oder Telekom-Abo.
Es zeigte sich zudem, dass bereits rund ein Drittel der Befragten über ein 5G-Abo verfügt. Nutzen würden es gut 41% der 18- bis 35-Jährigen und 33% der 36- bis 55-Jährigen sowie 26% der über 55-Jährigen. Über alle Generationen gesehen würden mehr als zwei Drittel der 5G-Nutzenden den Mobilfunkstandard für sich persönlich eher wichtig beziehungsweise wichtig finden. Interessant ist auch, dass rund 45% der über 55-Jährigen 5G auf ihrem Handy wichtig finden, aber nur knapp 27% der 18- bis 35-Jährigen.
Die Diskussion um die 5. Mobilfunkgeneration dreht sich schon lange um die Strahlenbelastung. So zeigt der Bundesrat im Bericht "Nachhaltiges Mobilfunknetz" zwar auf, dass mit adaptiven Antennensystemen bei 5G die Strahlungsexposition teilweise reduziert werde. Das ist insofern richtig, weil dabei das Antennensignal tendenziell in die Richtung der Nutzenden beziehungsweise des Mobilfunkgerätes fokussiert und in andere Richtungen reduziert wird. Doch führt dies auch dazu, dass sich die Strahlungsintensität an einem Ort dauernd ändern kann, was die Messung und die Sicherstellung der Einhaltung von Grenzwerten erschwert. Insgesamt fällt es der Branche schwer, die Diskussion zu versachlichen. Laut den 5G-Kritikern in der Bevölkerung sind die gesundheitlichen Risiken der Technologie noch nicht ausreichend erforscht. Zuletzt waren die Kantone Genf, Neuenburg und der Jura mit einem Moratorium gescheitert, das vor weiteren Ausbauten eine schweizweite Übersicht über die Belastung der Bevölkerung verlangte.

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