AWS präsentiert einen KI-Assistenten

29. November 2023 um 07:43
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Adam Selipsky, CEO von AWS, an der Reinvent 2023. Foto: AWS

Auf der grossen Bühne in Las Vegas zeigt AWS-CEO Adam Selipsky eine Business-taugliche KI-Lösung, die mehr sein soll als ein Chatbot. Einen Seitenhieb gegen Microsoft kann er sich dabei nicht verkneifen.

Der Cloud-Konzern AWS hat zum Auftakt seiner Reinvent 2023 in Las Vegas mit Ankündigungen nicht gespart. Wenn man dem AWS-Management glauben will, gibt es derzeit aber keine Kunden, die sich nicht mit dem Thema generative KI beschäftigen, oder beschäftigen wollen. Somit präsentierte CEO Adam Selipsky vor rund 50'000 Zuschauern unter anderem seinen KI-Assistenten Amazon Q.
Das KI-Tool sei für den Unternehmenseinsatz gedacht und könne für verschiedene Angestellte unterschiedliche Arten von Arbeiten erledigen, so der AWS-CEO.

Chatbot, Business-Analyst und Softwareentwickler

Einerseits dient Q als Chatbot, der Mitarbeitende bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen soll, will aber deutlich mehr sein als das.
Amazon Q lasse sich mit Daten aus verschiedenen Business Apps erweitern, darunter Slack, Salesforce, Jira oder Gmail. Mit unternehmenseigenen Informationen angereichert könne der Bot nicht nur Dokumente zusammenfassen, sondern auch Fragen zu Interna wie Unternehmens-Policies beantworten. "Alles basiert auf einem Verständnis Ihrer Systeme, Ihrer Daten und Ihrer Abläufe", so Selipsky auf der Bühne zum Publikum.
In Kombination mit Amazon Quicksight diene Q als Business-Analyst. Daneben könne der KI-Assistent beispielsweise den Sales-Teams bei Fragen helfen, wie: "Welche Produkte bereiten meinen Kunden Probleme?" Neben Antworten liefere die KI gleich auch Lösungsvorschläge, führte der CEO aus.
Darüber hinaus soll der KI-Assistent IT-Admins bei der Verwaltung von Anwendungen helfen und Softwareentwicklerinnen und -entwickler unterstützen können. Amazon Q knüpft an das Tool zur Softwarecode-Generierung Codewhisperer an und könne bei der Aktualisierung von Code helfen oder einen Plan für die Implementierung neuer Software-Features entwerfen, der sich dann mit natürlicher Sprache anpassen lasse.
Selipsky sagte in Las Vegas, dass ein kleines Team bei Amazon Q intern verwendet habe, um in 2 Tagen rund 1000 Apps von Java 8 auf Java 17 zu aktualisieren und diese Apps gleich auch zu testen. Damit könnten Monate an Arbeit gespart werden, wie der AWS-Chef sagte.

Q kann handeln

Amazon Q liefere nicht nur Informationen, der Assistent könne im Namen des Nutzers Aktionen ausführen, war weiter zu erfahren. Etwa könne er ein Serviceticket in Jira erstellen und gleich auch eine entsprechende Nachricht in Slack verschicken.
Anwender behielten die Kontrolle über die Aktionen, die Q ausführe, betonte AWS wiederholt. Sie könnten die Aktionen überprüfen, bevor sie ausgeführt werden.

Kontrolle über Daten

Amazon Q richtet sich anders als ChatGPT nicht an Privatnutzer, sondern soll in Unternehmen zum Einsatz kommen. Entsprechend biete man Funktionen, damit Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten behielten.
Das Tool sei keine "magische Black Box", fügte Produkt-Chef Matt Wood auf der Bühne an. Der Bot liefere Quellen, woher die Informationen stammen. Ausserdem kenne Q die Rolle und Funktion der Mitarbeitenden, die ihn verwenden. So werde sichergestellt, dass diesen ausschliesslich Informationen geliefert werden, die sie auch erhalten dürfen. Admins biete man daneben die Möglichkeit, sensible Themen zu filtern.
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Selipskys Seitenhieb gegen Microsoft.
An der Konferenz betonte Adam Selipsky mehrfach, dass Kunden die volle Kontrolle über ihre Daten hätten. "Wir verwenden ihre Daten nicht, um unsere Modelle zu trainieren." Dabei konnte sich der AWS-Chef den einen oder anderen Seitenhieb gegen Microsoft und OpenAI nicht verkneifen. Während er über Datensicherheit und Kontrolle sprach, zeigte er einen Screenshot eines News-Artikels, der beschreibt, dass Microsoft aus Security-Gründen zwischenzeitlich seinen Mitarbeitenden den Zugang zu ChatGPT gesperrt hatte.
Interessenbindung: Die Autorin wurde von AWS an die Reinvent nach Las Vegas eingeladen (Flug, Hotel).
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