Bafin sieht "sehr präsentes" Risiko für Cyberangriffe

4. Mai 2022, 07:15
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Bafin-Präsident Mark Branson. Foto: Maurice Kohl / Bafin

Cyberangriffe auf den Finanzsektor werden wahrscheinlicher, glauben die deutschen Finanzaufseher. Ob man auf den Extremfall vorbereitet ist, sei zu bezweifeln.

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) warnt eindringlich vor Cyberangriffen. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Finanzhüter eine solche Warnung aussprechen, aber der Ton scheint eindringlicher zu werden, bemerkt 'Reuters'.
"Sehr gross und sehr präsent" sei die Gefahr, dass Unternehmen des Finanzsektors Opfer von Cyberangriffen werden oder dass es dort zu internen IT-Sicherheitsvorfällen kommt, so Bafin-Präsident Mark Branson im Rahmen der Jahresmedienkonferenz des Instituts.
Die Bafin gehe davon aus, dass Cyberrisiken weiterhin zunehmen. Dies habe einerseits mit der fortschreitenden Digitalisierung zu tun, andererseits hätten die Pandemie-bedingten neuen Arbeitsformen die Angriffsfläche vergrössert, heisst es in einem Bericht der Bafin. Ausserdem komme es vermehrt zu Angriffen, die mutmasslich von staatlichen Akteuren betrieben werden.
Branson verweist zudem auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine. "Der Krieg hat Cyberangriffe auf den deutschen Finanzsektor wahrscheinlicher gemacht", so Branson.
In extremen Fällen könnten Angriffe die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen, warnt Branson. "Sind wir auf einen wirklich ernsten Sicherheitsvorfall vorbereitet? Wenn wir ehrlich sind, wissen wir das nicht."
Seine Institution sei in engem Austausch mit den Unternehmen, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und anderen massgeblichen Playern. Seit Kriegsbeginn analysiere man täglich unter anderem die Informationen aus dem nationalen Cyber-Abwehrzentrum und informiere die Finanzindustrie über mögliche Angriffsmuster. Weiterhin würden dedizierte IT-Prüfungen Finanzinstituten stattfinden. Aber, schliesst Branson, das Cyberrisiko werde eher zu- als abnehmen.



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