"Base4kids2" kostet noch mehr Geld

11. Januar 2023, 15:53
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Foto: Stem.T4L / Unsplash

Fast 4 Millionen Franken sollen zusätzlich fliessen, damit die derzeit an Berner Schulen eingesetzten iPads während den nächsten 2 Jahren überhaupt noch betrieben werden können.

Das 27-Millionen-Debakel "Base4kids2" der Stadt Bern geht in die nächste Runde. 2018 liess man sich in der Hauptstadt eine eigene Informatikplattform für das Schulwesen auf Basis von Open-Source-Programmen entwickeln. Das gesamte Projekt war allerdings so schlecht organisiert, dass sich Alec von Graffenried, Stadtpräsident von Bern, im April 2022 bei der Bevölkerung für das Millionengrab entschuldigen musste.
Nun soll erneut viel Geld in das oft gescholtene Projekt fliessen. Gemäss der 'Berner Zeitung' (Paywall) soll der Stadtrat, das städtische Parlament, fast 4 Millionen Franken zusätzlich bewilligen, damit Lehrpersonen und Schulkinder der Stadt Bern ihre derzeit verwendeten iPads überhaupt weiter benutzen können. Diese sollen voraussichtlich noch 2 weitere Jahre in Betrieb bleiben. Später soll es dann neue Geräte geben.
Für diesen 2-jährigen Betrieb will die Stadtregierung einen Projektierungs­kredit von 2,46 Millionen Franken sprechen. Damit soll ein Team von Fach­leuten die Funktionalität der heutigen Schulinformatik bis im Sommer 2024 sicherstellen. Dann endet die Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Abraxas, der die Plattform Base4kids2 entwickelt hat und derzeit betreibt.
Zudem sollen die neuen Fachpersonen Ersatzgeräte für die derzeit in Einsatz stehenden iPads evaluieren. Gleichzeitig sollen sie definieren, in welche Richtung sich die Informatik an den Berner Schulen entwickeln soll. Dafür sollen die Schulen rechtzeitig nach ihren Bedürfnissen befragt werden, schreibt die 'Berner Zeitung'. Geld für die neuen Geräte ist in dem Budget allerdings noch keines vorgesehen.
Der Grossteil des Restbetrages soll für den Kauf der derzeit geleasten iPads aufgewendet werden. Insgesamt 1,38 Millionen Franken will der Kanton gemäss der Zeitung für den Kauf der knapp 9000 iPads ausgeben. Auch für die Neustrukturierung und allfällige Weiterentwicklungen der Informatik­platt­form werden künftig wohl noch weitere finanzielle Mittel benötigt, so der Bericht.

Fachkräftemangel treibt Preise hoch

Stadtrat und Lehrer Manuel Widmer nannte das Vorhaben gegenüber dem Blatt eine "Verlegenheitslösung". Die Verwaltung habe es verpasst, rechtzeitig eine Offerte für neue Geräte einzuholen. Dabei werde mehr als die Hälfte der iPads gar nicht gebraucht, weil viele Lehrpersonen ihren eigenen Computer nutzten. "Die Verwaltung hat keine Ahnung, wie viele iPads nur in den Schubladen liegen", sagte er. Obwohl es um "viel Geld" gehe, begrüsste Widmer, dass die Stadtregierung in Zukunft ein Team von internen und externen Fachleuten einsetzt.
Die städtische Bildungsdirektorin Franziska Teuscher wehrte sich gegen die Kritik. Schon bei der 2021 beschlossenen Neustrukturierung der Infor­ma­tik­platt­form seien viele Empfehlungen – wie etwa der Kauf von Microsoft-Lizenzen – umgesetzt worden. "Heute funktioniert die Schul­infor­ma­tik­platt­form grundsätzlich und stösst auf breite Akzeptanz", schrieb sie der 'Berner Zeitung' auf Anfrage. Sie räumte aber auch ein, dass der Projektkredit von 2,46 Millionen Franken allein für Honorare relativ hoch sei. Das liege aber am Fachkräftemangel, der die Honorare in der Branche steigen lasse.

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