Basel-Stadt bricht Ausschreibung für E-Rechnungen ab

18. August 2022, 12:25
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Foto: Eryk Piotr Munk / Unsplash

Gesucht wurde ein Service Provider für die Abwicklung der stark zunehmenden E-Rechnungen. Doch kein Angebot erfüllte die technischen Spezifikationen oder die weiteren Anforderungen.

15'000 bis 20'000 E-Rechnungen verschickt die kantonale Verwaltung Basel-Stadt pro Jahr. Das Finanzdepartement geht davon aus, dass sich diese Zahl massiv erhöhen wird und kalkuliert für 2025 mit jährlich 220'000 versandten E-Rechnungen. Deshalb startete das Departement Ende März eine Ausschreibung, mit der ein Service Provider gesucht werden sollte, der verschiedene Aufgaben wie die Konversion von Daten, das Signieren, das Übermitteln und die Archivierung der Rechnungen übernimmt.
Solche Provider würden den Austausch von E-Rechnungen unterstützen, indem sie Rechnungssteller und Rechnungsempfänger vernetzen, erklärt David Weber, Kommunikationsbeauftragter Finanzdepartement Basel-Stadt den Hintergrund. Die kantonalen Dienststellen haben E-Rechnungen bisher über die Provider Six Paynet und Postfinance ausgetauscht. Da Six Paynet sein E-Invoicing-Geschäft an Postfinance verkauft hat, ist diese inzwischen der einzige Provider des Kantons.

Nicht zwingend eine Ablösung des bisherigen Systems

Bei der Ausschreibung sei es um diese Dienstleistung gegangen, sagt Weber, "aber nicht gezwungenermassen um eine Ablösung des bisherigen Systems. Der Kanton baut den Bereich der E-Rechnungen stark aus, so dass das Volumen in einen Bereich kommt, wo eine Ausschreibung der Dienstleistung nötig ist."
Gefordert wurde laut Pflichtenheft eine zentrale, auf SAP-PI basierende technische Schnittstelle mit dem externen Provider. Es gäbe aber auch noch 20 Nicht-SAP-Systeme, über die potenziell E-Rechnungen versandt oder empfangen werden. "Grundsätzlich sollen auch Nicht-SAP-Systeme über eine SAP-Schnittstelle mit dem Provider verbunden werden. Ob dies in jedem Fall möglich ist, kann noch nicht abschliessend beurteilt werden", so Weber gegenüber inside-it.ch.
Zum Thema digitale Signatur sagt er: "Grundsätzlich bleibt der jetzige Ablauf bestehen. Das Signieren übernimmt der Provider." Der Kanton habe lediglich die in den Ausschreibungsunterlagen genannten Merkmale der Signatur vorgegeben. Dort heisst es: "Die elektronischen Rechnungsdaten werden in der aktuell bestehenden Lösung auf Attribut-Ebene zwischen den Formaten SwissDIGIN und Yellowbill Invoice gemappt."

Eigentlich sollte der neue Provider im Juli starten

Eigentlich rechnete das Finanzdepartement mit einem Vertragsbeginn per 1. Juli 2022 und einer Laufzeit von 4 Jahren mit Option auf Verlängerung um sechsmal je ein Jahr. Doch jetzt wurde die Ausschreibung abgebrochen. Begründet wird dies auf Simap damit, dass "kein Angebot die technischen Spezifikationen oder die weiteren Anforderungen" erfüllt habe.
Was dies für die Abwicklung der steigenden Zahl an E-Rechnungen in der Verwaltung bedeutet und ob eine neue Ausschreibung gestartet wird – dazu kann Weber aktuell keine Angaben machen: "Zu diesen Fragen können wir leider keine Stellung nehmen, da noch Rekursfristen laufen."

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