Basel testet die "smarte Strasse"

14. Februar 2022 um 13:58
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Die Gundelfingerstrasse, damals allerdings noch nicht smart. Foto: Google Street View, 2014.

Was bringen moderne Sensoren, wie versorgt man sie geschickt mit Strom?

Wie das Präsidialamt des Kantons Basel-Stadt mitteilt, wurde in der Stadt Basel gerade das Pilotprojekt "smarte Strasse" lanciert, in dessen Rahmen viele neue und (so hofft man) "smarte" Technologien ausprobiert werden sollen. Das Projekt startet im laufenden Monat und soll rund ein Jahr, also bis in den Februar 2023, dauern.
Ort des Geschehens ist die Gundeldingerstrasse auf der Höhe des Margarethenparks. Insgesamt werden dort an fünf Standorten Sensoren installiert. Diese messen zum einen die Auslastung von Parkplätzen. Dadurch will man feststellen, ob diese Daten helfen können, die Bewirtschaftung von Parkräumen effizienter zu machen. Weitere Sensoren messen kontinuierlich die Luftqualität und den Verkehrslärm. Durch letzteres könnte es beispielsweise möglich werden, ein genaueres Bild von der Zusammensetzung des Verkehrslärms zu erhalten.
Im Projekt soll auch eine ganz praktische Frage geklärt werden. Sensoren brauchen ja Strom, um zu funktionieren. An der Gundelingerstrasse soll nun versucht werden, die Stromversorgung der Strassenbeleuchtung anzuzapfen, um die Sensoren zu versorgen. Wenn sich dies bewährt, würden für die Installation zukünftiger Sensoren nur kleine Eingriffe im öffentlichen Raum nötig sein.
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Auch die Industriellen Werke Basel (IWB) sind beim Pilotprojekt dabei. Sie wollen testen, ob sich ein vorhandener Stromverteilerkasten als Ladestation für E-Fahrzeuge eignet.


Datentransparenz
Der Kanton Basel-Stadt ist sich darüber bewusst, dass ein solches Projekt Bedenken in Sachen Datenschutz und Privatsphäre hervorrufen könnte. Technologien zur Datenerfassung seien im öffentlichen Raum oft kaum zu erkennen, räumt der Kanton ein, und die Menschen sehen nicht, welche Daten von welcher Stelle und zu welchem Zweck erfasst werden. Um die Transparenz zu erhöhen, würden deshalb im Projekt "smarte Strasse" die Sensoren sowie die Daten, die damit erfasst werden, vor Ort mit Piktogrammen und QR-Codes sichtbar gemacht. Die erhobenen Daten seien zudem für die Öffentlichkeit frei zugänglich und nutzbar. Die Fachstelle OGD veröffentlicht und visualisiert dafür die Daten auf dem Datenportal Basel-Stadt.
Zudem werde der kantonale Datenschutzbeauftragte kontinuierlich sicherstellen, dass die Daten die rechtmässig verwendet werden.

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