BBT und Centris spannen im Hosting zusammen

24. Juni 2022, 11:03
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Der Anbieter von Krankenversicherungssoftware aus Root gibt seine Datacenter auf und spannt dafür mit dem bisherigen Konkurrenten und Branchenprimus aus Solothurn zusammen.

Mit BBT und Centris wollen 2 Unternehmen beim Hosting kooperieren, die im gleichen Umfeld arbeiten und zumindest in Teilen Konkurrenten sind: BBT als relativ kleine Software-Schmiede mit rund 65 Mitarbeitenden und der rund 300-köpfige, grosse IT-Dienstleister Centris. In einer Mitteilung der beiden Firmen heisst es zur künftigen Zusammenarbeit, es handle sich um ein "kühnes und zukunftsweisendes Unterfangen", das die Branche wohl überraschen dürfte. Zumal man "doch im selben Markt tätig" sei und ähnliche Dienstleistungen anbiete.
Dennoch sei das Vorhaben sinnvoll, erklärt der CCO von BBT Dominik Bardenhofer auf Anfrage. Zu den konkreten Modalitäten äussere man sich zwar nicht, klar sei aber, dass man seine beiden Datacenter in Root und Zermatt aufgeben könne. Durch die Auslagerung an Centris gewinne man an Infrastruktursicherheit, zumal man dort sogar 3 Rechenzentren zur Verfügung stünden.

Neues Kundensegment für Centris

Für die Kunden ändere sich nichts, das Applikation-Management bleibe bei BBT, so Bardenhofer weiter, auch Entlassungen gebe es keine. Hingegen erhalte Centris Zuwachs durch ein neues Kundensegment, den Bereich Lebensversicherungen, und man selbst eine "schöne Infrastruktur", schiebt er nach. Die konkreten Auswirkungen müssten sich noch zeigen, hier ist laut dem CCO noch vieles Ungewiss. Zumal die Solothurner beispielsweise mit der Software-Schmiede Adcubum, einem wichtigen BBT-Konkurrenten, eng verbunden sind und Adcubum erst vor wenigen Monaten an den Wachstumsfinanzierer TA Associates verkauft worden war.
Die kanadische Volaris Goup als BBT-Besitzer habe laut Bardenhofer keinen Einfluss auf diese Entscheidung gehabt. Sie sei in der Schweiz getroffen worden.
In der Mitteilung heisst es zur Begründung für die Zusammenlegung der Server-Infrastruktur, dass danach "im Jahr 2022" nicht lange gesucht werden müsse. Es gehe um die "Optimierung von Performance und Systemverfügbarkeit", die Adressierung des "immer zentraler werdenden" Themas Cyber- und Datensicherheit oder auch um "Überlegungen zum Klimaschutz". Insgesamt würden "viele Faktoren diesen Schritt logisch erscheinen" lassen.
Dass Centris schliesslich das Rennen gemacht habe, sei "neben dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis" auch der Kundenerfahrung sowie dem Vorhandensein einer skalierbaren Infrastruktur in der erforderlichen Grössenordnung geschuldet und nicht zuletzt dem Nachweis des notwendigen Branchen-Know-hows im Schweizer Krankenversicherungsmarkt.

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