Bechtle wächst in der Schweiz unter­durch­schnittlich

18. März 2022, 13:21
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Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender von Bechtle, an der Bilanzmedienkonferenz.

Der Bechtle-Konzern vermeldet ein erneutes Rekordjahr. In der Schweiz aber wurde das Wachstum gebremst.

Das grosse IT-Systemhaus Bechtle vermeldet ein weiteres Rekordjahr. Der Umsatz legte 2021 um 5,1% auf 5,31 Milliarden Euro zu, das Geschäftsvolumen erhöhte sich um 7,3% auf 6,25 Millionen Euro. Der Gewinn auf Stufe EBIT wuchs gemäss einer Mitteilung überproportional um 18,4% auf 321 Millionen Euro. Somit verbesserte sich die Marge von 5,4 auf 6%.
Genaue Zahlen für die einzelnen Länder liefert der deutsche Konzern nicht. In der Schweiz habe es 2021 eine Reihe von organisatorischen Änderungen gegeben. Dies sei nun fast abgeschlossen, erklärte uns Vorstandschef Thomas Olemotz. Er sei überzeugt, dass man für die Schweiz die richtige Struktur gefunden habe.
Im Vergleich mit dem gesamten Konzern habe sich das Geschäft in der Schweiz unterdurchschnittlich entwickelt, so Olemotz. Er begründet dies mit der Restrukturierung sowie einem Rückgang des Geschäfts mit öffentlichen Kunden. Es seien in den öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz Sparbeschlüsse getroffen worden. Somit sei es schwierig gewesen, "mit diesen Kunden erfolgreich zu sein", so der Unternehmenschef. Was die künftige Entwicklung in der Schweiz anbelangt, sei er aber trotzdem zuversichtlich.

Lieferschwierigkeiten bremsen Projektgeschäft

Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services entwickelte sich der Umsatz des Bechtle-Konzerns praktisch stabil. 2021 betrug er laut eigenen Angaben 3,39 Milliarden Euro (+0,4%). Die anhaltenden Lieferverzögerungen hätten sich in diesem Bereich besonders stark ausgewirkt, vor allem im grossvolumigen Projektgeschäft und bei Rahmenverträgen, erklärte Olemotz vor den Medien. Gleichzeitig aber nahm der Gewinn auf Stufe EBIT sehr deutlich auf 212 Millionen Euro zu (+18,2%).
Die Gewinnzunahme habe einerseits mit der positiven Entwicklung des Dienstleistungsgeschäfts zu tun. Andererseits hätten Sondereffekte und coronabedingte Kosteneinsparungen wie die geringeren KFZ- und Reisekosten das Ergebnis positiv beeinflusst. Es sei abzuwarten, so Olemotz, ob dies in der neuen hybriden Welt gehalten werden könne.

Zweistelliges Wachstum im E-Commerce-Segment

Mit 14,5% stark gewachsen ist das E-Commerce-Segment. Der Umsatz 2021 belief sich auf 1,9 Milliarden Euro. Hier sei es eher möglich gewesen, Kunden bei Lieferschwierigkeiten einzelner Produkte Alternativen anzubieten, schreibt das Unternehmen. Gleichzeitig habe man in diesem Segment auch zahlreiche Neukunden gewonnen.

Optimistischer Blick auf 2022

Es sei selten so schwierig wie jetzt, in die Zukunft zu Blicken, sagte Olemotz. Der Krieg in der Ukraine bringe Unsicherheit, auch wirtschaftliche. Zudem bestünden nach wie vor vielfältige Probleme in der Lieferkette.
Aber Branchenverbände und Analysten gehen von Wachstum im IT-Markt aus. Vor der Presse hob Olemotz die beiden Bereiche Cloud und Security hervor, in denen er das Unternehmen gut aufgestellt sieht. Allerdings müsse man sich die Fragen stellen: "Bleibt die Nachfrage und kann sie bedient werden?" Dennoch gibt er eine optimistische Prognose für das laufende Geschäftsjahr ab. Bechtle strebt eine "deutliche" Steigerung von Umsatz und Vorsteuerergebnis sowie eine stabile Marge an. Es seien "ambitionierte Ziele", schliesst der Konzernchef.

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