Bericht: "Schlechte Software" kostet ein Vermögen

13. Dezember 2022, 15:19
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Foto: David Travis / Unsplash

Cyberangriffe auf bekannte Schwachstellen, Probleme in der Software-Lieferkette und technische Schulden belasten die US-Wirtschaft mit über 2,4 Billionen Dollar. (Und das ist kein Übersetzungsfehler).

Mindere Softwarequalität könnte die USA allein im Jahr 2022 mindestens 2,41 Billionen Dollar kosten. Zu diesem Schluss kommt der "Cost of Poor Software Quality"-Report (CPSQ), der vom Softwareanbieter Synopsys und dem "Consortium for Information & Software Quality" herausgegeben worden ist.
Es sind tatsächlich 2,41 Billionen Dollar – der englischsprachige Report spricht von "2,41 trillion dollar". Verglichen mit der letzten Ausgabe vor 2 Jahren sei das über eine Billion mehr. Die Zahl ist, auch wenn sie theoretischer Natur ist, besorgniserregend. Denn sie entspricht ungefähr dem Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten.
Der Bericht nennt 3 Hauptursachen für die Quasi-Verdoppelung der Kosten, die von schlechter Software verursacht werden:
  1. Die Zunahme von Cyberangriffen auf Lücken in Software
  2. Probleme in der Software-Supply-Chain
  3. Technische Schulden, also die implizierten Kosten, die "zu schnell" (und damit fehlerhaft) programmierte Software verursacht
Letztere machen laut dem Bericht den grössten Teil des Fehlerkuchens aus. Diese würden per Ende 2022 auf 1,52 Billionen Dollar steigen, weil daraus enstandene Mängel nicht mehr korrigiert würden. Und das führt auf direktem Weg zur Zunahme von Cyberangriffen. Weltweit würden Cyberkriminelle im Jahr 2022 Kosten in Höhe von voraussichtlich 7 Billionen Dollar verursachen, so Herb Krasner, Autor des Berichts und emeritierter Professor für Softwaretechnik an der University of Texas in Austin.

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