Bericht: Über die Hälfte der Bitcoin-Transaktionen sind Fake

30. August 2022, 10:32
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Foto: Behnam Norouzi / Unsplash

Wegen Wash-Trading soll die Popularität des Bitcoins stark überzeichnet sein. Profiteure sind Insider und Handelsplätze der Kryptowährung.

Gegen den Bitcoin kursieren viele Vorbehalte. Finanzierung krimineller Geschäfte, kaum legitime Anwendungsfelder, ungeheurer Ressourcenverbrauch, kulthafte Anhängerschaft lauten einige der gängigsten Kritikpunkte. Die Liste ist nun um einen fundierten Vorwurf länger: Über die Hälfte der Transaktionen auf der Blockchain von Bitcoin sollen nämlich gefälscht sein und dazu dienen, ein grosses Handelsvolumen vorzutäuschen. Dies zumindest will 'Forbes' herausgefunden haben.
Der Vorwurf kursiert schon länger, nun hat das US-Medium aber 157 Kryptobörsen unter die Lupe genommen. Der Befund: 51% der Transaktionen sollen Wash-Trading sein, also Fake-Abwicklungen. Das wären bei einem Handelsvolumen von 32 Milliarden Dollar in 24 Stunden, wie dies die Plattform Coinmarketcap angibt, rund 16,3 Milliarden.
Mit den Fake-Transaktionen wird der Anschein grösserer Popularität erzeugt. Auch können Insider davon profitieren und Gewinne erzielen, wenn sie wissen, wann die immensen Handelsaktivitäten ihren Peak erreichen. Auch die Bitcoin-Börsen profitieren von Wash-Trading, da sie so beliebter erscheinen, was auch den legitimen Handel anregen kann.
Allerdings ist selbst unter Analysten noch ungeklärt, wie man das Handelsvolumen von Kryptowährungen überhaupt genau berechnen kann. So finden sich grosse Differenzen zwischen den Anbietern von Krypto-Charts und -Analysen. Zudem würden aufgeblasene Angaben von kaum regulierten Krypto-Börsen die Situation verkomplizieren, heisst es bei 'Forbes'. Die Methode der Untersuchung wird am Schluss der Analyse erklärt.
Wenn aber das Volumen der Bitcoin-Transaktionen – die Kryptowährung, die am stärksten im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht – schon so trügerisch sei, müsse man bei kleineren Nachfolgern um so mehr aufpassen, so die Autoren des Berichts. Denn wenn man die Nachfrage nach einer Kryptowährung so einfach manipulieren könne, könnte dies für unerfahrene Anleger eine grosse Gefahr darstellen.

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