Bern: Nexplore erhält 3 Millionen für Betrieb und Wartung der digitalen Raumplanung

25. Oktober 2022, 09:28
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Foto: Nicolas Jossi / Unsplash

Die Pilotphase von ePlan musste wegen neuer Anforderungen verlängert werden. Seit September ist die Individualentwicklung für die Abwicklung von Baugesuchen nun live.

Im Frühling 2019 hat der Kanton Bern einen Auftrag für die Unterstützung bei der Entwicklung eines Systems zur digitalen Nutzungsplanung an die Firma Nexplore vergeben. Mit dieser sollen Verwaltungen im Kanton Änderungen für die Landnutzung durchgängig digital eingeben und bearbeiten können. Es geht um rund 850 Geschäftsfälle von rund 100 Nutzenden pro Jahr. Nexplore stellte Fachleute zur Unterstützung bei Design und Entwicklung zur Verfügung.
Im Frühling 2020 wurde eine Zusatzsumme von knapp 500'000 Franken benötigt. Da einzig der ursprüngliche Zuschlagsempfänger die Kontinuität der Dienstleistungen sicherstellen könne, wurde der Zuschlag freihändig vergeben, was so auch im Grundvertrag vereinbart worden war. Nun wurde wieder eine Summe freigegeben: 3 Millionen Franken wird Nexplore erhalten.
Das Geld soll neben der Weiterentwicklung auch Betrieb, Support und Wartung bis maximal Ende 2029 abdecken. Die Begründung lautet gleich wie 2020, mit der Ergänzung: Die Erfahrungen im Pilotbetrieb hätten gezeigt, dass die App stetig weiterentwickelt werden müsse. Zudem werden Gesetzesrevisionen, neue Anforderungen sowie Mehraufwände bei der Überführung der physischen Daten in die Webapplikation geltend gemacht – dies erforderte eine Verlängerung der Pilotphase.
"Die Kosten für die kontinuierliche Weiterentwicklung von ePlan aufgrund neuer und geänderter Anforderungen waren in diesem Umfang nicht abschätzbar", heisst es von Amt für Gemeinden und Raumordnung auf Anfrage von inside-it.ch. 2019 war die neuartige Individualentwicklung vergeben worden, für die es keine Erfahrungswerte gab. Die Zusatzfunktionalitäten sind zudem umfangreich. Unter anderem zählen dazu: die Verankerung einer digitalen Signatur, die Sicherstellung der Langzeitarchivierung mit neuen Schnittstellen, die Anbindung an die kantonale Prozessplattform sowie die Erweiterung des Datenmodells auf die Städte Bern und Biel. Auch haben laut Amt mehrere Gemeinden gemeldet, dass die Ablösung der alten Papierdokumente aufwendiger ist, als vorerst angenommen.
"Um eine möglichst hohe Qualität und Stabilität für die Nutzer zu gewährleisten wurde im Frühjahr 2022 entschieden, die Pilotphase bis Ende August 2022 zu verlängern", heisst es vom Amt weiter. Dies ermögliche mehr Rückmeldungen der Pilotgemeinden und vertiefte Tests, um einen störungsfreien Betrieb sicherzustellen. Ab dem 1. März 2022, mit Inkrafttreten einer veränderte Bauverordnung, sollte das System in den Regelbetrieb überführt werden, nun ist es seit September live.

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