Berns Cyber-Crime-Abteilung hat viel zu tun

21. Februar 2022, 15:58
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Jeder 20. Eintrag im Polizeijournal betrifft laut dem Polizei­kom­man­danten Cybercrime. Die Fälle reichen von Mail-Betrug hin zu grossen Ransomware-Attacken.

Seit gut zehn Monaten hat die Kantonspolizei Bern ein eigenes Kom­pe­tenz­­zentrum, das sich mit ver­schie­denen Formen der Internet-Kri­mi­na­li­tät befasst. Das Dezernat Digitale Kriminalität hat am 1. April 2021 seine Arbeit aufgenommen. Mittlerweile zählt es 18 Mit­ar­bei­tende, die die ermittelnden Polizisten unterstützen. Weiter befasst sich die Abteilung mit besonders komplexen Fällen, ist national wie international vernetzt und kümmert sich um die Prävention.
Adrian Nyffeler, Chef Spezialfahndung 5 bei der Kriminalpolizei, zieht vor den Medien eine positive erste Bilanz. An Arbeit mangle es der neuen Stelle nicht; die Fälle steigen auch im Kanton Bern stark an. 2020 erreichten sie mit über 2500 Fällen einen neuen Höchststand – die Zahlen für 2021 sollen demnächst publiziert werden.
"Jeder 20. Eintrag im Polizeijournal betrifft Cybercrime", sagte Polizei­kom­man­dant Christian Brenzikofer. Für Schlagzeilen sorgen oft Sexual­ver­bre­chen; Delikte zum Beispiel von Pädokriminellen und von Sex-Erpressern machen aber nur etwa 11% aller Fälle aus.
Mit 84% entfalle der Grossteil der Fälle auf diverse Formen der Wirtschafts­kriminalität. Das geht von den zahlreichen kleinen Fällen, bei denen jemand einem Mail-Betrüger auf den Leim ging, bis hin zu gezielten Cyberattacken, die grössere Firmen lahmlegten und in denen es um Erpressungsforderungen in Millionenhöhe gehe.
Die Ermittlungen gegen die oft hochprofessionell agierenden Internet-Betrüger seien aufwendig, sagte Kapo-Kommandant Brenzikofer. Aber das sei kein Grund, nicht mit allen Mitteln dagegen vorzugehen.
"Dafür brauchen wir Equipment und Personal", betonte Regierungsrat Philippe Müller (FDP). Umso wichtiger sei es, dass die Personalaufstockung bei der Polizei zum Teil für den Kampf gegen die Cyberkriminalität eingesetzt werde.

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