BFS: Über 30'000 digitale Straftaten im Jahr 2021

28. März 2022, 10:28
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Foto: Towfiqu barbhuiya / Unsplash

Ein Grossteil sind Fälle von Wirtschaftskriminalität im Cyberspace. Erstmals wurden auch verschiedene Betrugsmaschen aufgeschlüsselt.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Ergebnisse der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2021 veröffentlicht. Im Jahresbericht werden sämtliche polizeilich registrierten Straftaten erfasst und statistisch ausgewertet. Ein kleines Kapitel im Bericht widmet sich auch der Cyberkriminalität, die sämtliche Straftaten umfasst, die in den Telekommunikationsnetzen und insbesondere im Internet begangen werden.
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 30'351 Straftaten mit einer digitalen Komponente registriert; das sind 24% mehr als noch 2020. Laut dem Bericht werden in der Schweiz damit im Durchschnitt 83 digitale Delikte pro Tag begangen. Gemäss dem BFS betraf ein Grossteil der Gesetzesverstösse Wirtschaftskriminalität im Internet (87,9%), gefolgt von Cyber-Sexualdelikten (8,5%) sowie Cyber-Rufschädigung und unlauterem Verhalten im Netz (3,6%).

Immer mehr Wirtschaftskriminalität.

Während es bei der Cyber-Wirtschaftskriminalität zu einem Zuwachs von 30% gekommen ist, waren Sexualdelikte (-2%) und Rufschädigungen (-11%) leicht rückläufig. Während insbesondere Angriffe mit Botnetzen (-24%), DDoS-Attacken (-26%) oder Spyware (-62%) abgenommen haben, wurden im Jahr 2021 fast doppelt so viele Phishing-Attacken wie noch 2020 registriert. Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurde zudem erstmals die Kategorie Cyberbetrug in einzelne Unterkategorien aufgeschlüsselt.
Ein Grossteil der über 20'000 Cyberbetrugs-Fälle (+26%) betraf dabei entweder eine Masche, bei der Waren auf Kleinanzeigeplattformen verkauft wurden, die dann nie geliefert wurden (6'884 Fälle) oder Missbräuche von Online-Zahlungssystemen, Wertkarten oder fremden Identitäten (6'670 Fälle). Weiter wurden 1'231 Fälle von Online-Anlagebetrug und 1'366 Fälle von betrügerischem technischem Support zur Anzeige gebracht.
Insbesondere im Bereich der Wirtschaftskriminalität im Netz scheinen die Strafverfolgungsbehörden noch Nachholbedarf zu haben. Während die Straftaten in diesem Bereich um fast einen Viertel zugenommen haben, ist die Aufklärungsquote von 44.1% im Vorjahr auf noch 36,4% gesunken.

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