BIT bricht Ausschreibung für schweizweite IKT-Stores ab

12. August 2022, 07:30
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Foto: Matthew Henry / Burst

Kein externer Dienstleister hat eine Offerte eingereicht. Auf die heutigen Supportleistungen habe der Abbruch aber keine Auswirkung, erklärt uns das Bundesamt.

Im Februar 2022 veröffentlichte das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) eine Ausschreibung mit dem Titel "Schweizweite IKT-Stores". Gesucht wurde ein Dienstleister für diese Stores, der Benutzerinnen und Benutzer bei Problemen im Zusammenhang mit Notebook, Smartphone und Smartcard vor Ort rasch und unkompliziert helfen könne. Auch sollen dort bestelltes Material und Zubehör abgeholt werden können. Je nach Standort sollten sich auch geschulte Supporter um die Benutzeranliegen kümmern. Für die Leistungen wurde im Pflichtenheft ein Kostendach von 4,5 Millionen Franken für die nächsten 5 Jahre festgelegt.
Jetzt wurde der Abbruch der Ausschreibung auf Simap publiziert, weil keine Angebote eingegangen sind. "Zu den Gründen, warum keine Offerte auf die Ausschreibung eingegangen ist, können wir keine Aussage machen", erklärt die Medienstelle des BIT auf unsere Anfrage.

Stores für flexiblen Support und flexibles Arbeiten

Der Hintergrund für die Schaffung von IKT-Stores sei ein weiterer Ansatz, auf das vermehrte Bedürfnis nach flexiblen Support-Angeboten und das flexible Arbeiten zu reagieren. Seit Anfang Mai betreibe das Bundesamt einen eigenen BIT-Store am Bollwerk im Bern.
"Die ersten Rückmeldungen der Benutzerinnen und Benutzer zum BIT-Store sind sehr positiv", so die Medienstelle. Das Angebot von IKT-Stores bringe auch eine Entlastung der Vorort-Supportleistungen und damit Kostenoptimierungen mit sich. Direktor Dirk Lindemann schreibt dazu im 'Eisbrecher', einer Publikation des BIT: "Alle, die ein technisches Problem haben, können ohne Termin in den Store kommen. Man bekommt sogar ein Ersatzgerät und kann vor Ort arbeiten, bis das Problem behoben ist."

Das BIT plant weitere eigene Stores

Das BIT betont, dass der Abbruch der Ausschreibung keine Auswirkungen auf die heutigen eigenen Supportleistungen und den Betrieb des Stores am Bollwerk habe. Auch weitere Standorte für zusätzliche eigene Stores wie der Campus Meielen Zollikofen, "die aktuell in Abklärung sind, sind davon nicht betroffen". Ob es künftig eine Folgeausschreibung gebe, sei zurzeit noch offen.
Beim Bund läuft zurzeit auch das Programm "Harm PP C2/C3", mit dem in der Verwaltung diverse Optimierungsvorhaben vorangetrieben werden, um die Prozesse "Büroautomation" zu vereinfachen. Der Abbruch habe auch keine Auswirkungen auf dieses Programm, erklärt die BIT-Medienstelle. Dort gehe es um Optimierungen im Clientbereich und die Reduktion von Speziallösungen.

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