Bund baut Plattform für Once-Only-Prinzip von Daten in der Verwaltung auf

30. Juni 2022, 10:07
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Ein nationaler Datenkatalog soll Ämtern eine Übersicht über vorhandene Daten bieten, sodass diese nicht mehrfach erfasst werden müssen.

Bereits vorhandene Informationen sollen in der Verwaltung mehrfach verwendet werden können, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Denn so könnten Doppelerhebungen und damit der administrative Aufwand von Privaten und Unternehmen reduziert werden.
2019 hatte der Bundesrat das Bundesamt für Statistik (BfS) beauftragt, die Mehrfachnutzung von Daten voranzutreiben. Kernstück dafür ist laut einer Mitteilung die Interoperabilitätsplattform I14Y. Dort würden bestehende Datensammlungen und Nomenklaturen dokumentiert.
Das BfS soll das Once-Only-Prinzip vorantreiben und gleichzeitig Transparenz schaffen, welche Amtsstellen mit welchen Daten arbeiten, fordert die Regierung. Mit dem BfS-Projekt Nationale Datenbewirtschaftung (NaDB) sollen dazu die nötigen Instrumente bereitgestellt werden. Neben der Interoperabilitätsplattform umfasst dies auch die Interoperabilitätsstelle IOS. Sie sei für den operativen Betrieb der Plattform zuständig, koordiniere die Standardisierung und Harmonisierung von Daten und erbringe weitere Dienstleistungen, die von der öffentlichen Verwaltung und der Öffentlichkeit genutzt werden können, heisst es auf deren Website.
Zuletzt hielt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) fest, dass für das Digitalisierungsprojekt NaDB Mittel fehlen. Das BfS hätte die Kosten von knapp 24 Millionen Franken eigentlich intern kompensieren sollen. Dies sei aber nicht möglich, denn dem Amt seien zusätzliche Aufgaben zugewiesen worden, ohne dass diese finanziell abgegolten oder durch Budgeterhöhungen sichergestellt worden seien, hielt die EFK vor wenigen Wochen fest.

Daten müsen harmonisiert werden

Das Once-Only-Prinzip setzt voraus, dass die gleichen Daten zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden können. Hierzu müssen sie harmonisiert und standardisiert werden. Auch muss bekannt sein, welche Daten bereits vorhanden sind. Dies soll über die I14Y-Plattform, das "Herzstück" des NaDB-Programms, möglich sein. Via i14Y.admin.ch sind die Datensammlungen der Verwaltungen öffentlich auffindbar. Erster Anwendungsfall ist der geografische Datenkatalog der Schweiz. Weitere Pilotprojekte gibt es in den Bereichen Löhne, Steuern oder der Gesundheitsversorgung.
Ziel des Projekts ist es, den Verwaltungseinheiten die Arbeit zu vereinfachen. Ihnen soll es ermöglicht werden, ihre Daten auf der Plattform zu dokumentieren und zu pflegen, heisst es weiter. Schnittstellen würde den Austausch von Daten zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und Privaten ermöglichen.

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