Bundesrat betont Nutzen der Covid-App, berät aber über deren Einstellung

15. März 2022, 11:21
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Foto: Pascal Brändle / Unsplash

In der zweiten Märzwoche meldeten 10'500 Menschen in der Swisscovid-App eine Infektion, dennoch steht sie bei der Schweizer Regierung zur Debatte.

In der Pandemie soll die Swisscovid-App Menschen warnen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind. Der Bundesrat berät aber derzeit, ob der Betrieb auf den 1. April eingestellt werden soll, obwohl die Infektions-Zahlen ansteigen. Folgt die Regierung hier den Dränglern oder ist sie der Meinung, dass die Tracing-App ihren Dienst nicht wunschgemäss erfüllt? Schliesslich wird sie lediglich von rund 1,5 Millionen Menschen genutzt, wie der Website für das App-Monitoring zu entnehmen ist.
Auf eine Frage aus dem Parlament erklärte der Bundesrat, dass Studien zeigen würden, dass das Tool in vielen Fällen nützlich gewesen sei und Infektionsketten hätten unterbrochen werden können. Allerdings blieb die Regierung die Frage schuldig, welche Studien dies tatsächlich nachweisen. Léonore Porchet wollte dies nun wissen, schliesslich sei eine Studie-Autorin im Auftrag des BAG nicht zum gleich positiven Schluss gekommen.
In der Antwort bleibt die Regierung nun ungenau: "Gemäss den erwähnten Studien kann der Beitrag der Swiss Covid App zur Bekämpfung der Pandemie als durchaus zufriedenstellend betrachtet werden." Konkret erklärt sie dann, dass in einem Zeitraum von zwei Monaten im Herbst 2020 mindestens 300 asymptomatische Personen aufgrund einer App-Warnung positiv getestet werden konnten. Vom BAG hiess es, dass pro Tag ungefähr 1300 Covid-Ansteckungen mittels Codes in die App eingegeben würden. In der Woche bis zum 12. März wurden rund 10'500 Meldungen erfasst.
Der Bundesrat berät an seiner Sitzung am 30. März dennoch, ob die App eingestellt wird. Er schreibt aber in seiner Antwort auf die parlamentarische Frage, dass die Tracing-Anwendung reaktiviert werden könne, wenn sich die epidemiologische Situation verschlechtere.
Das Zertifikat indes soll weiterhin verwendet werden können, da mehrere Länder dies nach wie vor bei der Einreise vorgewiesen haben möchten. Der App-Entwickler Ubique hat bis Ende 2022 entsprechend einen Vertrag über 2,5 Millionen Franken gesprochen bekommen.

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