Bundesrat stärkt Startups den Rücken

22. Juni 2022, 15:10
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Foto: Andreas Fischinger / Unsplash

Durch die geplanten Massnahmen soll die Schweiz mittel- bis langfristig zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Standorten gehören, schreibt die Landesregierung.

Der Bundesrat will Startups in der Schweiz weiter stärken. Dazu hat er in einem Richtungsentscheid die Schaffung eines branchenneutralen Inno­va­tions­fonds sowie die Stärkung der Rahmenbedingungen für Wissens- und Technologietransfer beschlossen. Die konkreten Eckwerte und die Finan­zier­ung sollen bis Anfang 2023 vorliegen.
Über den Fonds soll die Finanzierung von Startups in den Branchen Digita­li­sier­ung und Dekarbonisierung während der Wachstumsphase gestärkt werden, teilte der Bundesrat mit. Die Schweiz soll damit mittel- bis langfristig zu den produktivsten, wettbewerbsfähigsten und innovativsten Standorten gehören, so die Hoffnung der Regierung.
Zu diesem Zweck prüfte der Bundesrat bereits am Ende der Covid-19-Mass­nahmen neue Ansätze. Er beauftragte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, die Vor- und Nachteile eines Schweizer Innovationsfonds zu eruieren. Die Analyse ergab, dass ein Fonds die Reife des Schweizer Risikokapitalmarkts erhöhen, dessen Widerstandskraft stärken und damit die Standortattraktivität steigern könnte.
Zudem könnten damit auch einige fehlende Instrumente der weggefallenen europäischen Forschungsprogrammen wettgemacht werden. Der Fonds soll gemäss dem Bundesrat das Innovationsökosystem stärken und die bestehenden Förderinstrumente, insbesondere diejenigen der Innovations­förder­ungs­agentur Innosuisse, ergänzen.

Wissens- und Technologietransfer stärken

Zusätzlich zu den Massnahmen zur Verbesserung der Standortattraktivität für Startups soll der Wissens- und Technologietransfer in der Schweiz verbessert werden. Dies beschloss der Bundesrat aufgrund eines Prüfberichts des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation. Mögliche Massnahmen zur Stärkung der Innovationskraft in der Schweiz könnten dabei die Regelung des geistigen Eigentums an Hochschulen, die Kosten für die Patentierung von Innovationen sowie die unternehmerischen Kompetenzen in der Ausbildung betreffen, schreibt die Landesregierung.
Die Umsetzung dieser Massnahmen soll künftig in der Kompetenz der Hoch­schulen liegen, schreibt der Bundesrat. Zuständige Gremien würden dann überprüfen, ob die projektgebundenen Beiträge nach Hochschul­förder­ungs­gesetz einen Rahmen für eine entsprechende Förderung bieten könnten. Dazu zählt auch der oben genannte Innovationsfonds für Schweizer Forschende.

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