Canalys: Investitionen von KMU treiben den Cloud-Boom

29. April 2022, 13:48
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Fast 56 Milliarden Dollar gaben Kunden 2022 bereits für Cloud-Infrastruktur aus. Foto: Towfiqu barbhuiya / Unsplash

Google Cloud wächst von den drei Hyperscalern am schnellsten, bleibt aber abgeschlagen. Der Boom bietet Chancen für Channel-Partner auf den Cloud-Marktplätzen.

Das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur boomt weiter: Im 1. Quartal 2022 stiegt das Marktvolumen um über ein Drittel auf 55,9 Milliarden Dollar, berichtet Marktforscher Canalys. Das sind 14 Milliarden Dollar mehr als im 1. Quartal des Vorjahres.
Die Hyperscaler ziehen weiter davon. Die drei grossen Cloud-Anbieter hätten von der zunehmenden Akzeptanz und Grösse profitiert und seien gar um 42% gewachsen, schreiben die Canalys-Forscher. AWS, Microsoft Azure und Google Cloud können mittlerweile 62% der weltweiten Kundenausgaben auf sich ziehen. AWS bleibt der Klassenprimus: Ein volles Drittel des Marktes beansprucht der Konzern für sich. Dahinter folgt Azure mit 21% und abgeschlagen Google Cloud mit noch 8% des Marktvolumens im Infrastruktur-Geschäft.
Die positive Tendenz zeigt sich auch in den eben veröffentlichten Zahlen von AWS: Zwar musste der Mutterkonzern Amazon schwache Quartalszahlen vermelden, die Cloud-Tochter steigerte die Erlöse aber um 37% auf 18,4 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn der Cloud-Plattform kletterte um rund 55% auf 6,5 Milliarden Dollar. Azure wuchs indes von einer kleineren Basis schneller und legte um 46% zu. Google Cloud schliesslich konnte um ganze 54% wachsen.

Langjährige Verträge, um Rabatte zu sichern

Den Boom merkt man auch in der Chipbranche. Intel bekommt derzeit das Abflauen des Corona-Booms in der PC-Branche zu spüren. Im ersten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich um 7% auf 18,4 Milliarden Dollar. Bei Chips für Rechenzentren konnte Intel aber erneut zulegen: Der Umsatz wuchs um 22% auf gut 6 Milliarden Dollar.
Laut Canalys investieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in Cloud-Infrastrukturdienste, um die Migration von Arbeitslasten, Datenspeicherdienste und die Entwicklung von Cloud-nativen Anwendungen zu unterstützen. Angesichts des drohenden Hardware-Mangels und der Inflationserwartungen hätten aber auch Grossfirmen mehrjährige Cloud-Verträge geschlossen, um sich Vorabrabatte zu sichern.
Das befeuert laut den Marktforschern auch den Channel: Die Cloud-Marktplätze der Grossen gewinnen an Bedeutung als Vertriebskanal für Software- und Security-Angebote. "Für eine effektive Resilienzplanung wenden sich Kunden an Channel-Partner, die über die Fähigkeiten verfügen, um sie bei der effektiven Nutzung von Hyperscaler-Cloud-Services zu unterstützen", sagt Canalys Research Analyst Blake Murray.

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