ChatGPT merkt sich künftig Vorlieben von Nutzern

14. Februar 2024 um 11:43
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Der Chatbot bekommt ein Gedächtnis und soll so mass­geschnei­derte Outputs liefern. Dies eignet sich gemäss OpenAI auch im Unter­nehmens­einsatz.

Der KI-Chatbot ChatGPT soll sich künftig Informationen über seine Nutzer merken können. Damit würde sich die Software zum Beispiel daran erinnern, dass man eine Tochter habe, die Quallen mag. Bittet man ChatGPT dann, eine Geburtstagskarte für das Kind zu entwerfen, könnte eine Qualle mit Partyhut auf dem Bild sein, heisst es in einem Blogbeitrag.
Bis die neue Fähigkeit breit ausgerollt wird, kann es aber noch dauern. Sie wird zunächst im kleinen Kreis getestet.
Damit sich ChatGPT die Informationen über seine Nutzer auch sicher merkt, können diese den Chatbot darum bitten. Zugleich kann die Software selbst versuchen, Wissen über die Nutzer aus Unterhaltungen herauszupicken. "Das Gedächtnis von ChatGPT wird besser, je mehr man es nutzt", betont OpenAI.

Zum Vergessen zwingen

Somit erstellt ChatGPT Profile über Vorlieben, Lebensläufe oder Familien seiner Anwenderinnen und Anwender. Der Sorge, dass die KI respektive OpenAI zu viel über seine Anwender weiss, will das KI-Unternehmen entgegenwirken: So merke sich ChatGPT empfindliche Informationen etwa mit Bezug zur Gesundheit nicht automatisch – sondern nur auf Bitten der Nutzer. Auch könne man abfragen, was die Software über einen weiss und alle oder einzelne Angaben löschen, schreibt das Unternehmen.
Für Unterhaltungen ohne Personalisierung gibt es temporäre Chats. Die Informationen daraus werden auch nicht zum weiteren Anlernen der Software verwendet. Die Gedächtnisfunktion kann zudem komplett ausgeschaltet werden.

Nutzen für Unternehmen

Laut dem Blogbeitrag kann OpenAI Inhalte für das Training verwenden. Dies könne jedoch in den Datenschutzeinstellungen deaktiviert werden.
OpenAI sieht die neue Funktion auch für Unternehmen geeignet. So könne sich die Software merken, in welchem Format man am liebsten Zusammenfassungen von Meetings bekomme. Oder sie könne sich merken, in welchem Stil man seine Texte schreibt und diesen bei Formulierungsvorschlägen anwenden.
Wie immer, so OpenAI, verwende man Inhalte von ChatGPT Team und Enterprise nicht für das Training der KI.
Die von Nutzerinnen und Nutzern selbst erstellten GPTs sollen ebenfalls ein Gedächtnis erhalten, sofern dies gewünscht ist. OpenAI betont, dass die Informationen eines Anwenders nicht mit den Entwicklern eines GPTs geteilt würden. Auch habe jedes GPT ein eigenes Gedächtnis, weshalb Anwender Informationen, die sie in einem anderen Chat geteilt haben, wiederholen müssten.

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