Chipriesen tun sich trotz guter Prognosen schwer

1. Februar 2024 um 11:18
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Die Rechnung der Analysten geht nicht auf: 3 grosse Chiphersteller haben schlechte Zahlen präsentiert. Einzig bei TSMC und Qualcomm sind die Ergebnisse besser.

Sind die (zu) hohen Erwartungen an die Geschäftszahlen von Chipherstellern das Problem oder die Ergebnisse selbst? Fakt ist: Fast alle grossen Hersteller lieferten zumindest für Analysen enttäuschende Zahlen. Unter anderem Gartner sagte nach einem lauen Jahr für 2024 aber wieder einen Halbleiter-Boom voraus.
AMD, Intel und Samsung haben Mühe
So hat der US-Hersteller AMD mit seiner Prognose für das laufende Quartal die Markterwartungen verfehlt. Er stellte etwa 4,6 Milliarden Franken Umsatz in Aussicht – 300 Millionen weniger als Analysten erwartet hatten. Im vergangenen Quartal stieg der AMD-Umsatz im Jahresvergleich um 10% auf 5,3 Milliarden Franken. Unter dem Strich schnellte der Gewinn sogar von 18 Millionen auf 576 Millionen Franken hoch. Aber eben, was interessiert die gute Vergangenheit, wenn die Prognose für die Zukunft schlechter ist als erwartet?
Auch Intels Prognosen sind enttäuschend. Intel stellte für das laufende Vierteljahr Erlöse zwischen 10,5 und 11,4 Milliarden Franken in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit über 12 Milliarden Franken gerechnet. Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie blieb deutlich unter den Erwartungen.
Geld verloren hat indes der koreanische Hersteller Samsung. Die Chipsparte des Konzerns schloss erneut mit einem operativen Verlust ab. Allerdings verringerte sich das Defizit von 2,4 Milliarden Franken im 3. Quartal auf 1,4 Milliarden Franken. Preiserhöhungen beim Ausbau der Bestände hätten eine Rolle gespielt. Zu schaffen gemacht habe dem Konzern ausserdem das Überangebot in der Chipbranche bei schleppender Nachfrage.
Qualcomm und TSMC im Aufwind
Etwas besser sieht es beim US-Konzern Qualcomm aus, der vornehmlich Chips für Smartphones herstellt. Für das laufende Quartal stellt dieser einen Umsatz zwischen 7,6 und 8,3 Milliarden Franken in Aussicht, was den Erwartungen der Analysten entspricht. Im Ende Dezember abgeschlossenen 1. Geschäftsquartal stieg der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 5% auf 8,5 Milliarden Franken. Dabei sprang der Gewinn um 24% auf 2,3 Milliarden Franken. In der Chipsparte stieg der Umsatz um 16% auf knapp 5,7 Milliarden Franken.
Der taiwanesische Chipkonzern TSMC hat das Jahr 2023 unerwartet stark beendet: Mit einem Nettogewinn von 6,6 Milliarden Franken in den drei Monaten bis Ende Dezember übertraf der weltgrösste Chipauftragsfertiger die Erwartungen von Analysten. "Unser Geschäft hat die Talsohle erreicht und wir rechnen für 2024 mit einem gesunden Wachstum", sagte der Konzernchef C. C. Wei.
(Mit Material von Keystone-sda)

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