Cloud-Provider doppeln bei Microsoft-Kritik nach

1. Februar 2023 um 14:38
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Verschafft sich Microsoft Vorteile? Foto: Lianhao Qu / Unsplash

Der US-Konzern beschränke mit seinen Lizenzbestimmungen den Wettbewerb, kritisiert die Vereinigung CISPE. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie soll dies jetzt belegen.

Eine Studie lege nahe, dass Microsoft mit seinen Software-Lizenzbestimmungen den Wettbewerb zum Schaden der Kunden und der Allgemeinheit beschränke, schreibt die Organisation CISPE in einer Mitteilung. Die Studie wurde von Ökonomen der Frankfurt School of Finance und der ESMT Berlin im Auftrag der Vereinigung durchgeführt.
Cloud-Provider aus Europa haben sich mehrfach zu diesem Thema geäussert und die Lizenzpraktiken von Microsoft kritisiert. Auch haben sie entsprechende Beschwerden bei der EU-Kommission eingereicht. Microsoft missbrauche seine Marktdominanz, um seine eigene Cloud-Plattform Azure zu fördern, hiess es beispielsweise von OVHcloud.

Preisdiskriminierung?

In der nun publizierten Studie wurde eben dies untersucht. Es sei darum gegangen herauszufinden, wie Microsoft die Lizenzpraktiken für seine Windows- und Office-365-Produkte nutze, um sich im Cloud-Umfeld unfaire Vorteile zu verschaffen.
Der US-Konzern mache Kunden die Nutzung von Azure attraktiver als die Angebote von Wettbewerbern. Da Microsoft im Bürosoftwarebereich eine marktbeherrschende Stellung habe, sei dies Wettbewerbs-widerrechtlich, heisst es.
Die Verknüpfung von Software- und Cloud-Computing-Produkte von Microsoft gehe aber nicht zulasten aller Wettbewerber, so die Autoren, sie treffe vor allem die grossen Anbieter. In vielen Fällen führe Microsofts Bündelungsstrategie zu einer Preisdiskriminierung von Nutzern, die die Produkte zum RZ eines anderen Anbieters als Microsoft Azure mitnehmen und dort nutzen möchten.
Diese Diskriminierung, wie es heisst, könnte den Innovationsanreiz der Unternehmen reduzieren, was die zukünftige Produktvielfalt senke. Bevor es zu einem möglichen Tipping-Point kommt, sollte deshalb ein wettbewerbspolitisches Gegensteuern erwogen werden, so das Fazit der Studie (PDF).

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