Colonial Pipeline droht Millionenbusse

10. Mai 2022, 13:27
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Benzinknappheit aufgrund Ransomware-Angriff. Foto: Wikimedia / Famartin (CC BY-SA 4.0)

Ein Jahr nach der Ransomware-Attacke auf die amerikanische Öl-Pipeline droht dieser eine Busse von fast einer Million Dollar wegen Verstössen gegen nationale Sicherheitsregeln.

Am 7. Mai 2021 wurde der Ransomware-Angriff auf eine der grössten Öl-Pipelines der USA entdeckt. Man habe daraufhin bestimmte Systeme offline genommen, um die Bedrohung einzudämmen. Dies führte dazu, dass man den gesamten Pipeline-Betrieb vorübergehend gestoppt habe, schrieb Colonial Pipeline dazu.
Der Angriff blieb nicht ohne Folgen: In den USA wurde aufgrund des Ausfalls ein regionaler Notstand ausgerufen. Zudem ging das Management des Unternehmens auf die Forderungen der Ransomware-Bande Darkside ein und hat noch am Tag des Angriffs die Zahlung von 4,4 Millionen Dollar genehmigt. Der Schaden für das Unternehmen war indes wesentlich grösser: CEO Joseph Blount schätzte diesen damals auf mehrere 10 Millionen Dollar.

Busse von knapp 1 Million Dollar droht

Bezahlt wurde die Forderung der Hacker damals, obwohl Regierungen und Experten stets empfehlen, kein Lösegeld zu bezahlen, weil das zu weiteren Hacks einlade.
Nun droht dem Unternehmen neues Ungemach: Das US-Verkehrsministerium droht Colonial-Pipeline-CEO Joseph Blount in einem 13-seitigen Schreiben (PDF) mit einer Busse von knapp einer Million Dollar wegen mehreren Verstössen gegen nationale Sicherheitsregeln ("Control Room Management Failures"). Zudem sei es versäumt worden, das manuelle Abschalten und Neustarten des Pipeline-Systems angemessen zu planen und vorzubereiten. Dies habe an der Ostküste des Landes zu einer 5-tägigen Treibstoffknappheit geführt.
Die Strafe beläuft sich auf insgesamt 986'400 US-Dollar, wie die Behörde in ihrem Schreiben festhält.

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