Cyberangriffe in der Schweiz haben sich mehr als verdoppelt

9. Januar 2023, 14:41
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Foto: Henry & Co. / Unsplash

Laut einer neuen Erhebung von Check Point sind in der Schweiz die Fertigungsindustrie, das Finanzwesen und die öffentliche Verwaltung am meisten betroffen.

Die Cybersecurity-Firma Check Point hat einen neuen Report zur Zahl der Cyberangriffe im vergangenen Jahr vorgelegt. Global hätten diese um 38% zugenommen, so Check Point Research. Nach Regionen aufgeteilt liegt Nordamerika an der Spitze (plus 52%), vor Lateinamerika (plus 29%) und Europa (plus 26%).
Gemäss der Erhebung liegt der Anstieg in der Schweiz über dem globalen Schnitt. Hier sei im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der Cyberangriffe auf Organisationen von 61% verzeichnet worden. Auch das NCSC hatte kürzlich seine Zahlen zu 2022 veröffentlicht: Mit insgesamt über 34’000 Meldungen fand im Vergleich zum Vorjahr mit 21’714 Meldungen zwar keine Verdoppelung mehr statt, aber die Zunahme in absoluten Zahlen war mit 13'000 Meldungen noch immer grösser als im Jahr zuvor.
Am stärksten betroffen ist in der Schweiz laut Check Point die Fertigungsindustrie mit durchschnittlich 725 Attacken pro Woche. Dahinter folgen die Finanzindustrie (623), Regierung/Militär (529), das Gesundheitswesen (455) und der Kommunikationssektor (397). Dabei habe im Vergleich zum Vorjahr einzig die Fertigungsindustrie einen Rückgang (minus 24%) verzeichnet. Die höchsten Zunahmen betreffen die Finanzindustrie und den Kommunikationssektor mit plus 120 respektive 200%.
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Entwicklung der wöchentlichen Angriffe nach Regionen. Grafik: Check Point
Um welche Art von Cyberangriffen es sich handelt, weist der Security-Spezialist nicht aus. In einer Mitteilung zum Report erklärt Omer Dembinsky, Data Group Manager bei Check Point: "Mehrere Trends bei Cyber-Bedrohungen treten gleichzeitig auf und sind für diese Entwicklung verantwortlich. Zum einen entwickelt sich das Ransomware-Ökosystem weiter und wächst mit kleineren, agileren kriminellen Gruppen." Zweitens würden die Cyberkriminellen ihre Ziele ausweiten und mit Phishing-Exploits Kollaborationstools wie Slack, Teams, Onedrive und Google Drive ins Visier nehmen. Drittens seien akademische Einrichtungen nach der raschen Digitalisierung als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie zu einem beliebten Ziel geworden.
"Leider erwarten wir", heisst es im Report, "dass die Cyberangriffe weiter steigen werden." Mit KI-Technologien wie ChatGPT könnten Cyberkriminelle zukünftig schädlichen Code und Phishing-E-Mails noch schneller und automatisierter generieren.

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